EU erzwingt Google-Änderungen bei Android-KI und Suchdatenteilung

2026-07-18 · kamil

Die Europäische Kommission hat neue Maßnahmen im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) angekündigt, die Google verpflichten, den Zugang zu konkurrierenden KI-Plattformen auf Android-Geräten zu öffnen und Suchdaten mit anderen Anbietern zu teilen. Diese Änderungen müssen bis Januar 2027 für Suchdaten und Juli 2027 für Android-KI umgesetzt werden. Google äußert Bedenken, dass diese Auflagen die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer gefährden könnten.

Hintergrund: Das Digital Markets Act

Das im Jahr 2024 in Kraft getretene Digital Markets Act (DMA) soll große Technologieunternehmen regulieren. Unternehmen wie Apple, Meta und Google wurden bereits mit Geldbußen belegt und zu Geschäftsmodelländerungen aufgefordert. Als sogenannter „Gatekeeper“ unterliegt Google nun rechtlich bindenden Entscheidungen der Kommission.

Neue Regeln für Android-KI

Google muss zukünftig den Zugang für konkurrierende KI-Plattformen auf Android-Telefonen öffnen. Bislang genießt Googles eigene KI-Plattform Gemini bevorzugten Zugang: Sie ist auf Google-zertifizierten Android-Geräten vorinstalliert, reagiert auf den Sprachbefehl „Hey Google“ und bietet Funktionen wie System- und App-Automatisierung sowie Zugriff auf Bildschirminhalte. Laut der Kommission schränkt dies Drittanbieter-KI-Assistenten ein und macht sie für die 60 Prozent der EU-Nutzer, die ein Android-Gerät besitzen, weniger attraktiv. Die EU-Regulierungsbehörden betonen, dass Nutzer in der Lage sein sollten, ein KI-System ihrer Wahl ohne Funktionseinschränkungen zu installieren. Die Maßnahmen seien darauf ausgelegt, die Privatsphäre der Nutzer und die Geräteintegrität zu wahren. Google-Vertreter Kent Walker argumentiert jedoch, dass eine tiefere Integration von Nicht-Gemini-KI-Plattformen Sicherheitsvorkehrungen umgehen könnte.

Datenteilung im Suchbereich

Weitreichendere Auswirkungen könnten die Auflagen für Google Search haben. Google wird gezwungen, Suchdaten transparent und gegen eine angemessene Gebühr an konkurrierende Suchanbieter weiterzugeben. Auch KI-Chatbots sollen im Rahmen der Datenteilung als Suchdienste behandelt werden. Ziel ist es, kleineren Anbietern Zugang zu ähnlichen Suchmetriken zu verschaffen, wie sie Google selbst nutzt, um dessen Dominanz herauszufordern. Die Kommission begründet dies damit, dass Googles bisherige Angebote zur Datenteilung nicht ausreichend waren.

Googles Position und Zeitplan

Google hatte sich bereits im Vorfeld gegen die neuen Regeln ausgesprochen. Kent Walker, Präsident für globale Angelegenheiten bei Google, kritisiert, dass der von der Kommission gewählte Weg zu weit gehe und Nutzern schade. Er behauptet, Google habe moderatere Lösungen angeboten, die die Ziele des DMA hätten erfüllen können. Walker äußert Bedenken, dass die Entscheidungen „vitale Datenschutz- und Sicherheitsvorkehrungen für Millionen von Europäern untergraben“ könnten und Risiken für die Privatsphäre, Geschäftsgeheimnisse und sogar die nationale Sicherheit bergen. Obwohl Google anerkennt, dass die Regulierungsbehörden offen für Anpassungen der Regeln sind – insbesondere bei der Anonymisierung von Daten durch einen mehrschichtigen Ansatz –, bleibt Walker bei seiner Einschätzung einer Bedrohung.

  • Januar 2027: Google muss Suchdaten mit anderen Unternehmen teilen.
  • Juli 2027: Die Android-Plattform muss für eine tiefere Integration von KI-Apps aktualisiert werden.

Thema: Google. Quelle/Inspiration: Ars Technica.

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