EU-Transparenzregeln für KI in Kraft: Kennzeichnungspflicht für Inhalte

2026-08-03 · kamil

Die Europäische Union hat am 2. August zusätzliche Regeln in Kraft gesetzt, die darauf abzielen, die Erkennung von Chatbots und KI-Deepfakes im Internet zu erleichtern. Die neuen Transparenzpflichten unter dem wegweisenden KI-Gesetz der EU verlangen von Unternehmen, offenzulegen, wann Personen mit KI-Modellen interagieren und ob Inhalte von diesen generiert oder verändert wurden.

Neue Kennzeichnungspflichten für KI-Systeme

Die Transparenzregeln unterscheiden zwischen sogenannten Anbietern (Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln und vermarkten) und Nutzern (Plattformen und Dienste, die diese KI-Systeme verwenden). Einige Unternehmen wie Meta und SpaceXAI fallen in beide Kategorien.

  • Anbieter müssen KI-Systeme so gestalten, dass Nutzer explizit benachrichtigt werden, wenn sie mit einer KI statt einem Menschen interagieren – es sei denn, dies ist offensichtlich. Zudem müssen maschinenlesbare Markierungen auf synthetischen Audio-, Bild-, Video- und Textinhalten angebracht werden, damit diese als künstlich generiert oder manipuliert erkannt werden können.
  • Nutzer sind ebenfalls verpflichtet, alle KI-generierten oder manipulierten Deepfake-Inhalte (Bilder, Audio, Video), die real wirken sollen, zu kennzeichnen.

Die Europäische Kommission begründet diese Maßnahmen damit, dass die rasante Entwicklung generativer und interaktiver KI-Systeme es zunehmend erschwert, KI-Interaktionen und KI-generierte Inhalte von menschlich erstellten und authentischen Inhalten zu unterscheiden. Nutzer sollen wissen, wann sie mit KI interagieren oder KI-generierten Inhalten ausgesetzt sind. Dies soll ihnen helfen, informierte Entscheidungen zu treffen, ihr Vertrauen und ihre Abhängigkeit von KI anzupassen und Fehlinformationen oder Täuschungen zu vermeiden.

Optionale EU-Labels und drohende Strafen

Die Kommission hat zudem eine Reihe von optionalen KI-Offenlegungslabels entwickelt, die Technologieplattformen gemäß den Regeln des KI-Gesetzes übernehmen können. Diese Labels, die bereits ähnlichen Kennzeichnungen von TikTok, Instagram und Facebook ähneln, sollen verhindern, dass Plattformen eigene Entwürfe entwickeln müssen. Obwohl die Verwendung dieser von der EU bereitgestellten Beispiele optional ist, betont die Kommission, dass die Kennzeichnungspflichten selbst nicht optional sind.

Unternehmen, die diesen neuen Transparenzregeln nicht nachkommen, riskieren Geldstrafen von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Während die neuen Transparenzregeln für neue KI-Systeme sofort durchsetzbar sind, haben Modelle und Dienste, die vor dem 2. August eingeführt wurden, eine viermonatige Übergangsfrist bis zum 2. Dezember zur Einhaltung der Vorschriften.


Thema: Meta. Quelle/Inspiration: The Verge.

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