Fermi Explorer Mission plant Alpha-Centauri-Sonde mit KI-Flugbahn

2026-09-02 · kamil

Die gemeinnützige Organisation Fermi Explorer Mission hat heute bekannt gegeben, dass sie beabsichtigt, bis Ende 2029 eine Raumsonde zu unserem nächsten Sternsystem Alpha Centauri zu starten. Die Mission, die voraussichtlich 15 Millionen US-Dollar kosten wird, nutzt eine neuartige Flugbahn, die von einem KI-System des Physik-Forschungslabors Physical Superintelligence (PSI) entdeckt wurde. Die Reise zum 4,4 Lichtjahre entfernten Alpha Centauri könnte bis zu 80.000 Jahre dauern.

Hintergrund der Mission und KI-Einsatz

Die Fermi Explorer Mission ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das sich von früheren Initiativen abheben soll. Im Jahr 2016 kündigte der Tech-Investor Yuri Milner die interstellare Mission „Breakthrough Starshot“ an, die winzige Sonden mittels starker Laser auf ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen sollte, um Alpha Centauri innerhalb von 20 Jahren zu erreichen. Milner stellte 100 Millionen US-Dollar für einen Machbarkeitsnachweis bereit, doch ein Jahrzehnt später gab es keinen Start. Philip Johnston, Mitbegründer und Präsident der Fermi Explorer Mission, betonte, dass man sich auf einen tatsächlichen Start konzentriere, auch wenn dies bedeutet, die Reisezeit nicht auf eine menschliche Lebensspanne zu beschränken.

Die von privaten Spendern finanzierte Sonde soll eine Nutzlast von mindestens einem Kilogramm transportieren, darunter künstlerische und wissenschaftliche Beiträge, Botschaften sowie eine Kopie der Golden Record, einer vergoldeten Schallplatte mit Geräuschen und Bildern der Erde, die die NASA 1977 mit ihren Voyager-Sonden ins All schickte.

Die Entwicklung einer interstellaren Flugbahn stellte das Fermi-Team vor große Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgung einer kleinen, solarbetriebenen Sonde, ohne deren Gewicht zu erhöhen. Nach einjähriger ergebnisloser Suche erwähnte Johnston das Problem in einem Podcast von Alex Wissner-Gross, einem Physiker und Mitbegründer von PSI. Wissner-Gross bot an, das Problem mit einem von PSI entwickelten Open-Source-KI-System namens „Get Physics Done“ zu analysieren, das KI-Modelle wie Anthropic’s Claude oder OpenAI’s GPT nutzt.

Die KI-entwickelte Flugbahn

Innerhalb einer Woche präsentierte das KI-System eine überraschend neue Flugbahn. Diese kombiniert bekannte Orbitalmanöver auf eine Weise, die das Fermi-Team nicht in Betracht gezogen hatte. Der Plan sieht vor, dass die Raumsonde zunächst abbremst, um ihre Umlaufbahn nahe an die Sonne zu führen – näher als die des Merkurs. Bei jedem nahen Vorbeiflug würde die Sonde ihre Triebwerke zünden, wodurch die Solarpaneele das Vierfache an Licht empfangen und ein Schubimpuls bei hoher Geschwindigkeit mehr Energie liefert. Da die Triebwerke nur in Sonnennähe arbeiten würden, könnten die Solarpaneele klein und die Sonde leicht bleiben.

Matt Pines, Mitbegründer und CEO von PSI, erklärte, dass das System die Forschung größtenteils autonom über drei Tage hinweg mit einer Milliarde Tokens durchgeführt habe. Ein Astrophysiker von PSI überwachte den Prozess, stellte Anforderungen an die Mission, forderte Kostenanalysen und prüfte die Ergebnisse auf Fehler. Pines zeigte sich überrascht von der Kreativität des KI-Systems, merkte jedoch an, dass es dem Modell an menschlichem Urteilsvermögen mangele und es oft in Sackgassen gerate.

Die philosophische Dimension der Mission

Unabhängig vom Zeitpunkt der Ankunft der Sonde an Alpha Centauri hat die Mission eine tiefere philosophische Bedeutung. Sie greift das sogenannte Fermi-Paradoxon auf, das der Physiker Enrico Fermi 1950 formulierte: Angesichts der Milliarden von Sternen in der Galaxis und ihres hohen Alters, warum haben wir noch keine Anzeichen intelligenten außerirdischen Lebens entdeckt?

Das Paradoxon deutet darauf hin, dass interstellare Reisen entweder zu schwierig sind oder andere intelligente Spezies sich nicht darum bemüht haben. Mit dem Start der Fermi-Sonde würde die Menschheit beweisen, dass sie sowohl in der Lage als auch willens ist, andere Sterne zu erreichen. Dies könnte zu beunruhigenderen Schlussfolgerungen führen, wie Johnston anmerkt: Vielleicht ist Leben wie unseres extrem selten, oder intelligentes Leben stirbt aus, bevor es sich verbreiten kann. Eine dieser Möglichkeiten könnte ein „großer Filter“ sein, der alle intelligenten Zivilisationen aus irgendeinem Grund nicht überwinden können.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: MIT Technology Review.

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