Ford beendet die Produktion seines Elektro-Pickups F-150 Lightning und richtet seine Strategie im Bereich Elektromobilität neu aus. Das Unternehmen plant die Einführung eines neuen, günstigeren Elektro-Pickups für rund 30.000 US-Dollar, der 2027 vorgestellt werden soll. Dieses Fahrzeug basiert auf einer neuen Universal Electric Vehicle (UEV) Plattform und wird das erste einer ganzen Familie von kostengünstigen Elektrofahrzeugen sein, die im Ford-Werk in Kentucky gebaut werden sollen.
Neuausrichtung nach finanziellen Rückschlägen
Die Neuausrichtung erfolgt nach erheblichen finanziellen Verlusten im Elektrofahrzeuggeschäft von Ford. Im Jahr 2025 musste das Unternehmen eine Belastung von 19,5 Milliarden US-Dollar auf seine EV-Investitionen verbuchen. Die EV-Sparte, Ford Model e, verzeichnete in den letzten zwei Jahren Verluste von über 12 Milliarden US-Dollar, wobei die EV-Verkäufe im November um über 60 Prozent zurückgingen. Ford-Führungskräfte erklärten, dass überdimensionierte Elektrofahrzeuge wie der F-150 Lightning keinen „Pfad zur Profitabilität“ aufwiesen.
Als Konsequenz wurden neben dem F-150 Lightning auch Pläne für einen Elektro-Lkw der nächsten Generation (Codename T3) und einen elektrischen Transporter eingestellt. Stattdessen konzentriert sich Ford nun auf Hybridfahrzeuge, Extended-Range-EVs und das bestehende Angebot an benzinbetriebenen Lkw und SUVs, die weiterhin den größten Umsatz generieren.
Details zum neuen Elektro-Pickup und der UEV-Plattform
Der kommende Elektro-Pickup wird auf Effizienz und Rentabilität ausgelegt sein. Beobachter, die bereits stark getarnte Prototypen gesichtet haben, schätzen das Fahrzeug als kleiner ein als den Ford Maverick. Schätzungen zufolge ist der Prototyp etwa 64 Zoll (ca. 162 cm) hoch und 195 Zoll (ca. 495 cm) lang. Die Tarnung des Prototyps zeigte ungewöhnliche Muster mit fußball-, segelboot- und herzförmigen Symbolen. Innen soll der Pickup über einen großen zentralen Touchscreen verfügen.
Die Entwicklung dieser neuen UEV-Plattform wird maßgeblich vom Electric Vehicle Development Center (EVDC) in Long Beach, Kalifornien, vorangetrieben. Ford beabsichtigt, alles zu tun, um den angestrebten Preis von 30.000 US-Dollar für das nächste Modell zu erreichen.
Führungswechsel in der EV-Sparte
Im Zuge der Umstrukturierung kommt es auch zu personellen Veränderungen in Fords EV- und Software-Teams. Doug Field, der zuvor Apples EV- und Software-Chef war, wird das Unternehmen verlassen. Seine Nachfolge tritt Alan Clarke an, ein ehemaliger Tesla-Ingenieur, der Fords „Skunkworks“-Labor in Kalifornien leitet. Clarke wird zum Vizepräsidenten für fortgeschrittene Entwicklungsprojekte befördert und weiterhin die Entwicklung der Universal Electric Vehicle (UEV) Plattform verantworten.
Zusätzlich zu den neuen Elektrofahrzeugen plant Ford, batteriebasierte Speichersysteme anzubieten, um der wachsenden Nachfrage aus dem Bau von KI-Rechenzentren gerecht zu werden.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Verge.