Generation Lab bewirbt Anti-Aging-Mittel vor umfassenden Studien

2026-08-28 · kamil

Das Startup Generation Lab bewirbt eine injizierbare Anti-Aging-Behandlung namens „1 Generation“, eine Kombination aus zwei bestehenden Medikamenten. Das Unternehmen bietet diese Kur bereits einem ausgewählten Kreis von Personen an, darunter auch Prominenten, während umfassende wissenschaftliche Studien zu Wirksamkeit und Mechanismus noch ausstehen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Grundlage der Entwicklung bildet die Forschung von Irina Conboy, der wissenschaftlichen Gründerin von Generation Lab. Conboy, ehemals an der University of California, Berkeley, bekannt für ihre Experimente zur Parabiose. Dabei werden die Kreislaufsysteme alter und junger Labortiere chirurgisch verbunden, was die Heilungsfähigkeit alter Tiere verbesserte. Dies deutete auf molekulare Signale im jungen Blut hin. Spätere Forschungen von Conboy zeigten, dass der Austausch des Plasmas – des zellfreien Teils des Blutes – bei alten Tieren mit einer neutralen Mischung aus Albumin und Salzwasser stärkere verjüngende Effekte hatte, indem altersbedingte Moleküle „zurückgesetzt“ wurden.

„1 Generation“: Ein neuer Ansatz und Berichte von Anwendern

Generation Lab behauptet, mit „1 Generation“ die Vorteile dieser Blutaustauschverfahren ohne den eigentlichen Austausch von Körperflüssigkeiten zu replizieren. Das injizierbare Mittel soll die systemische Ausbreitung der Alterung im Blutkreislauf blockieren und Reparaturmechanismen reaktivieren. Die genaue Zusammensetzung der beiden verwendeten Medikamente wird vom Unternehmen nicht offengelegt.

Irina Conboy, CEO Alina Su und weitere Insider berichten von persönlichen Verbesserungen nach Anwendung der Behandlung in den letzten zwei Monaten: gesteigerte Energie, verbesserte Sehkraft, längere sportliche Aktivitäten, verbesserte Griffkraft und bessere Erektionen.

Kritik und fehlende wissenschaftliche Evidenz

Trotz dieser anekdotischen Berichte gibt es Bedenken hinsichtlich der wissenschaftlichen Fundierung. Generation Lab bietet die Behandlung einer „privaten Kohorte“ an, bevor belastbare Beweise für ihren Nutzen vorliegen. Eine geplante größere Studie soll von Ärzten geleitet werden, die im Bereich der Alternativmedizin tätig sind, darunter Matt Cook, bekannt für das Anbieten unbewiesener Behandlungen.

Cook, der die Behandlung selbst anwandte, war anfänglich skeptisch. Er berichtet von einer überraschenden mentalen Klarheit und allgemeinem Wohlbefinden, betont jedoch, dass er den genauen Mechanismus noch nicht verstehe und „viele weitere Fragen als Antworten“ habe. Die mangelnde Transparenz bezüglich der Inhaltsstoffe und das Fehlen robuster, unabhängiger Studien werfen Fragen zur Seriosität der Behauptungen auf.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: MIT Technology Review.

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