Ein Bundesgericht hat den Vergleich von Anthropic in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar mit Autoren genehmigt, die dem Unternehmen vorwarfen, seine KI-Modelle mit urheberrechtlich geschützten Büchern trainiert zu haben. Richterin Araceli Martínez-Olguín unterzeichnete am Montag eine entsprechende Anordnung, die den Klägern eine „bedeutsame Entlastung“ verspricht. Autoren sollen demnach rund 3.000 US-Dollar für jedes Buch erhalten, das mutmaßlich von Anthropic unerlaubt verwendet wurde.
Historischer Vergleich im Urheberrechtsstreit
Der nun genehmigte Vergleich in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar wird von der Kanzlei, die die Kläger vertritt, als die „größte bekannte Urheberrechtsentschädigung in der Geschichte“ bezeichnet. Eine Gruppe von Autoren, darunter Andrea Bartz, Charles Graeber und Kirk Wallace Johnson, hatte bereits 2024 eine Urheberrechtsklage gegen Anthropic eingereicht. Sie beschuldigten das Unternehmen, Millionen von Werken im „Napster-Stil“ heruntergeladen und zur Schulung seiner Künstlichen Intelligenz genutzt zu haben.
Nachdem Richter William Alsup im vergangenen Jahr Anthropic einen Teilsieg zugesprochen hatte, genehmigte er gleichzeitig eine separate Sammelklage. Eine Sammelklage (englisch: class action lawsuit) ermöglicht es einer großen Gruppe von Personen mit ähnlichen Ansprüchen, gemeinsam gegen einen Beklagten vorzugehen. Anthropic stimmte dem Vergleich bereits im September 2025 zu, woraufhin Richter Alsup eine vorläufige Genehmigung erteilte. Die finale Bestätigung erfolgte nun durch Richterin Martínez-Olguín.
Anthropic äußert sich, weitere Klagen anhängig
Aparna Sridhar, General Counsel von Anthropic, äußerte sich erfreut über die Entwicklung: „Wir freuen uns, dass mehr als 91 % der vom Vergleich erfassten Autoren und Verleger ihren Anteil an der Zahlung eingefordert haben.“ Sie fügte hinzu: „Wir freuen uns darauf, diese Angelegenheit zum Abschluss zu bringen.“
Trotz der nun erfolgten Genehmigung sieht sich Anthropic weiterhin mit Urheberrechtsklagen konfrontiert. Das Unternehmen „Chicken Soup for the Soul“ sowie mehrere andere Autoren argumentieren, dass die Entschädigung von 3.000 US-Dollar pro Buch nicht ausreichend sei und streben weiterhin rechtliche Schritte an.
Thema: Anthropic. Quelle/Inspiration: The Verge.