Google kündigt Gemini 4 Argon KI-Modell an, noch nicht allgemein verfügbar

2026-10-01 · kamil

Google hat das neue, fortschrittliche KI-Modell Gemini 4 Argon angekündigt, das intern bereits umfassend genutzt wird und führende Leistung in Codierung, Wissensarbeit sowie Cybersicherheit verspricht. Eine breite Verfügbarkeit für die Öffentlichkeit steht jedoch noch aus, da das Modell zunächst in einer begrenzten Testphase eingesetzt wird.

Interne Anwendung und Effizienzsteigerung

Obwohl Gemini 4 Argon für die meisten Nutzer noch nicht zugänglich ist, setzen Googles Ingenieure das neue Modell bereits intensiv ein. Berichten zufolge hat Argon durch die Nutzung von „fleet-wide telemetry data“ dazu beigetragen, 300 TiB Speicherplatz in Googles Rechenzentren einzusparen. Darüber hinaus sind Argon-Agenten damit beschäftigt, C/C++-Codebasen unternehmensweit zu Rust zu migrieren. Dies umfasst Tausende von Zeilen in den Kernbibliotheken re2 und libgav1 sowie über 800.000 Zeilen im Zircon-Kernel des Fuchsia-Betriebssystems.

Leistungsbenchmarks und Vergleich

Google untermauert seine Leistungsansprüche mit verschiedenen Benchmarks. Im DeepSWE v1.1-Benchmark für Software-Engineering erreicht Gemini 4 Argon einen Wert von 77,9 Prozent. Dieser Wert liegt über den Ergebnissen von GPT-6 Astra, Fable 5.1 und Opus 5.5. Google betont zudem die Stärke von Argon bei komplexen, langfristigen Aufgaben und verweist auf einen branchenführenden Wert im Vals Index-Test zur ökonomischen Analyse.

API-Preise und erhöhte Kapazität

Für eine begrenzte Zeit hat Google bereits API-Preise für Gemini 4 Argon bekannt gegeben: 2 US-Dollar pro Million Eingabetoken und 10 US-Dollar pro Million Ausgabetoken. Zwischengespeicherte Eingabetoken werden dabei um 95 Prozent rabattiert. Eine wesentliche Neuerung ist die deutlich höhere Ausgabegrenze von 1 Million Token, eine Steigerung gegenüber den 64.000 Token früherer Gemini-Modelle. Dies soll Nutzern ermöglichen, anspruchsvollere Aufgaben in einem einzigen Schritt zu bewältigen.

Fokus auf Cybersicherheit und kontrollierte Freigabe

Derzeit liegt der Hauptfokus von Gemini 4 Argon auf der Cyberverteidigung. Google plant eine schrittweise Freigabe für Modelle dieser Größenordnung und beginnt mit einer kleinen Gruppe vertrauenswürdiger Tester. Partner im Fairwind Program erhalten Zugang, um die Cybersicherheitsfunktionen des Modells zu nutzen. Das Unternehmen Wiz setzt Argon bereits ein und konnte damit eine kritische Schwachstelle in einem weltweit in Krankenhäusern genutzten System aufdecken, die laut Google von anderen führenden Modellen übersehen wurde. Spezifische Details zur Schwachstelle wurden nicht genannt.

Angesichts jüngster Vorfälle von Modell-Fehlfunktionen betont Google, dass Argon mit Systemen ausgestattet ist, die die „Chain-of-Thought“ des Modells überwachen und es stoppen können, falls es unerwartete Verhaltensweisen zeigt. Diese Transparenz in der Argumentation sei entscheidend für die Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle.

Zukünftige Verfügbarkeit

Google hat bestätigt, dass Gemini 4 Argon letztendlich für Unternehmens- und Endverbraucherkunden verfügbar sein wird, jedoch ohne einen konkreten Zeitplan zu nennen. Nach Abschluss der Cybersicherheitstests wird die allgemeine Verfügbarkeit zunächst für zahlende API-Nutzer und Abonnenten von Google AI Ultra beginnen.


Thema: Gemini. Quelle/Inspiration: Ars Technica.

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