Google nutzt Mediendaten für KI-Training nach Update der Datenschutzregeln

2026-07-14 · kamil

Google hat im vergangenen Monat seine Datenschutzeinstellungen für Suchdienste angepasst und alle Nutzer automatisch für eine erweiterte Nutzung ihrer Mediendaten zum Training von Künstlicher Intelligenz (KI) angemeldet. Dies betrifft Bilder, Dateien, Audio- und Videodaten, die im Rahmen der Interaktion mit Google-Suchdiensten entstehen oder hochgeladen werden.

Welche Daten betroffen sind und wofür sie genutzt werden

Die Aktualisierung der Richtlinien bedeutet, dass sämtliche Medien, die Nutzer über Google-Suchdienste generieren oder hochladen, für verschiedene Zwecke verwendet werden können. Dazu gehören:

  • Interaktionen mit Suchdiensten: Bilder, Dateien, Audio- und Videoinhalte, die in der Suchdienste-Historie gespeichert sind.
  • Medien für KI-Suchen: Hochgeladene Screenshots, Fotos oder Sprachsuchen, beispielsweise über „Circle to Search“ oder Google Translate.

Diese Daten dienen dazu, die Nutzererfahrung in Google-Diensten zu verbessern – etwa, um frühere visuelle Suchen erneut aufrufen zu können. Ein weiterer zentraler Verwendungszweck ist die Entwicklung und Verbesserung von Googles KI-Modellen (Large Language Models, LLMs) und den Technologien, die diese nutzen.

Auswirkungen auf die Privatsphäre

Die erweiterte Datennutzung birgt potenzielle Risiken für die Privatsphäre. Wenn beispielsweise eine Diskussion mit einem Chatbot, in der persönliche Details wie Unternehmensnamen oder spezifische Gründe für eine berufliche Veränderung genannt werden, zum Training von LLMs verwendet wird, könnten diese Informationen unter Umständen in späteren Chatbot-Antworten auftauchen. Dies könnte Rückschlüsse auf die Identität des Nutzers ermöglichen und die Privatsphäre kompromittieren.

So deaktivieren Sie die Datennutzung

Nutzer können der erweiterten Datennutzung widersprechen. Um zu verhindern, dass Mediendateien zum Training von Googles LLMs verwendet werden, sind folgende Schritte erforderlich:

In der Google App:

Öffnen Sie die Google App, tippen Sie auf Ihr Profilbild oben rechts und dann auf „Suchverlauf“.

  • Für „Suchdienste-Verlauf“: Stellen Sie sicher, dass das Kästchen „Medien speichern“ deaktiviert ist. Tippen Sie anschließend auf den obersten Eintrag für „Suchdienste-Verlauf“. Falls dieser als „Ein“ gelistet ist, tippen Sie darauf und schalten Sie den Dienst aus.
  • Für „Suchpersonalisierung“: Gehen Sie zurück in die Google App, tippen Sie auf Ihr Profilbild und dann auf „Suchpersonalisierung“. Tippen Sie auf den obersten Eintrag und stellen Sie auf der folgenden Seite sicher, dass der Dienst ausgeschaltet ist.

Alternativ über den Browser:

Falls die Einstellungen in der App nicht verfügbar sind oder nicht deaktiviert werden können, besuchen Sie myactivity.google.com. Klicken Sie dort auf „Suchdienste-Verlauf“ und deaktivieren Sie das Kästchen für „Medien speichern“.

Nutzer, die diese Funktionen aktiviert lassen, können zudem die Aufbewahrungsdauer der Daten konfigurieren: Es stehen Optionen von 3 Monaten, 18 Monaten oder 36 Monaten zur Verfügung. Um die Privatsphäre weiter zu stärken, empfiehlt es sich auch, unter myadcenter.google.com die personalisierte Werbung zu deaktivieren.


Thema: Google. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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