Die ersten Tests von Android-betriebenen Laptops, bekannt als Googlebooks, offenbaren ein zweischneidiges Bild bei der Integration des mobilen Betriebssystems. Während das Potenzial für die Nutzung nativer Apps und eine verbesserte Benachrichtigungsverwaltung gelobt wird, trüben erhebliche Schwächen bei der Konnektivität und der App-Optimierung den Gesamteindruck. Die Erfahrungen mit Modellen von Asus und HP zeigen, dass Android sowohl der größte Vorteil als auch die größte Schwäche der neuen Geräte ist.
Stärken der Android-Integration
Die Einrichtung der Googlebooks gestaltet sich dank Android schnell und unkompliziert. Biometrische Logins, die Anmeldung beim Google-Konto und die Verbindung mit einem Smartphone zur Übernahme von Apps und Backups sind innerhalb weniger Minuten erledigt. Nutzer profitieren davon, schnell auf kompakte Desktop-Versionen von Apps zugreifen zu können, die sonst nur über einen Webbrowser auf anderen Laptop-Plattformen verfügbar wären. Besonders hervorgehoben wird die Möglichkeit, Medieninhalte von Diensten wie HBO Max oder Netflix herunterzuladen und offline anzusehen. Dies könnte Googlebooks zu einem Ersatz für Android-Tablets machen, die primär zur Medienwiedergabe genutzt werden.
Ein weiterer Pluspunkt ist das sogenannte App Casting. Anstatt das gesamte Smartphone-Interface zu spiegeln, können spezifische Apps vom Telefon auf den Laptop übertragen und dort gesteuert werden. Die Apps laufen dabei weiterhin auf dem Smartphone. Diese Funktion erweist sich als nützlich, um schnell auf einzelne App-Funktionen zuzugreifen, etwa um eine Zahlung in einer Finanz-App zu aktualisieren oder eine Kurznachricht in WhatsApp zu senden, ohne das Telefon in die Hand nehmen zu müssen.
Herausforderungen und Einschränkungen
Trotz der genannten Vorteile ist die Nutzererfahrung oft von Problemen geprägt. Die Telefonkonnektivität wird als instabil beschrieben, App Casting als umständlich und die Dateifreigabe scheint nicht zu funktionieren. Selbst wenn ein aktuelles Android 17-Telefon zur Einrichtung verwendet wird, bleibt die Verbindung für Funktionen wie Dateifreigabe und App Casting selten bestehen. Eine stabile Verbindung erfordert häufiges Umschalten von Cross-Device-Einstellungen auf beiden Geräten, mehrere Neustarts und die ständige Notwendigkeit, sich im selben WLAN-Netzwerk zu befinden und Bluetooth aktiviert zu haben. Ein Wechsel des WLAN-Netzwerks führt oft zu einem erneuten Verbindungsabbruch.
Die Nutzung nativer Android-Apps auf dem Laptop ist ebenfalls mit Mängeln behaftet:
- Viele Apps, darunter auch bekannte Namen wie Slack oder Adobe-Anwendungen, sind nicht für den Desktop optimiert und bieten nur eine eingeschränkte Funktionalität.
- Selbst Apps, die im Play Store als „Optimiert für Desktop“ gekennzeichnet sind, passen ihre Benutzeroberfläche oft nur unzureichend an größere Bildschirme an und unterstützen Maus- und Tastatureingaben nur rudimentär, beispielsweise ohne Rechtklick-Funktionalität.
- Googles eigene Anwendungen, wie der Chrome-Browser, weisen Feature-Lücken im Vergleich zu Desktop-Versionen auf. Funktionen wie das Wechseln von Profilen, geteilte Tab-Ansichten oder benutzerdefinierte Suchmaschinen-Shortcuts fehlen.
- Die Behauptung, die gesamte Play Store-Bibliothek sei verfügbar, ist nicht zutreffend. Apps wie Bluesky und das Autorisierungstool Okta konnten auf den getesteten Intel- und Arm-basierten Googlebooks nicht installiert werden.
Die allgemeine Erfahrung deutet darauf hin, dass Googlebooks zwar ein interessantes Konzept darstellen, die Umsetzung der Android-Integration jedoch noch erhebliche Verbesserungen benötigt, um mit etablierten Desktop-Alternativen konkurrieren zu können.
Thema: Google. Quelle/Inspiration: The Verge.