Der globale Fertigungskonzern Jabil, mit über 100 Standorten in mehr als 30 Ländern und mehr als 140.000 Mitarbeitern, hat die Integration und Vereinfachung seiner IT-Systeme zu einer strategischen Priorität erklärt. Ziel ist es, Datensilos abzubauen, die durch fragmentierte, standortspezifische Tools, Tabellenkalkulationen und manuelle Prozesse entstanden sind. Diese Komplexität, die sich über 25 Jahre aufgebaut hat, erschwerte die frühzeitige Erkennung von Problemen, die koordinierte Reaktion und fundierte Entscheidungen.
Vereinfachung als Basis für Innovation
Jabil verfolgt die Philosophie „erst vereinfachen, dann innovieren“, wie Harish Manohar, SAP IT Director bei Jabil, betont. Das Unternehmen ist überzeugt, dass das Hinzufügen neuer Technologien ohne vorherige Reduzierung der Komplexität zusätzliche Risiken schafft. Manohar erklärt: „Jede Innovation ohne Vereinfachung wird mehr Komplexität hinzufügen.“ Daher konzentriert sich Jabil darauf, Prozesse zu standardisieren, Systeme zu konsolidieren und eine konsistente Datenbasis über die gesamte Organisation hinweg zu etablieren. Eine Modernisierung muss dabei stets einen messbaren Geschäftswert liefern.
Herausforderungen bei globaler Integration
Die Umsetzung dieser Strategie stellt Jabil vor erhebliche Herausforderungen. Die über 100 Standorte des Unternehmens weisen unterschiedliche Prozessreifegrade, Altsysteme und lokalisierte Arbeitsabläufe auf. Regulierungsintensive Geschäftsbereiche bringen zudem zusätzliche Compliance-Anforderungen mit sich. Die Standardisierung über diverse Regionen und Geschäftsumfelder erfordert daher eine Anpassung von Prozessen und Governance, ohne den laufenden Betrieb zu stören.
Vorteile für Mitarbeiter und Betriebsabläufe
Die integrierten Arbeitsabläufe bieten den Mitarbeitern eine gemeinsame Sicht auf Daten und reduzieren den manuellen Abgleich von Informationen. Dies ermöglicht es ihnen, sich von der Informationssuche zur Handlungsfähigkeit auf Basis von Erkenntnissen zu entwickeln. Für Jabil zielt die Initiative auch darauf ab, die Echtzeit-Sichtbarkeit von Lieferkettenereignissen zu verbessern. Dies führt zu schnelleren Reaktionen auf Störungen und einer Reduzierung des Betriebsrisikos.
Grundlage für KI und Automatisierung
Die geschaffene Datenbasis und die integrierten Systeme bilden eine wichtige Grundlage für den zukünftigen Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung. Jabil evaluiert bereits prädiktive Einblicke in die Lieferkette, intelligente Ausnahmebehandlung sowie KI-gestützte Planung und Prognosen. Harish Manohar fasst zusammen: „Vereinfachung im großen Maßstab ist ein sehr wettbewerbsfähiger Vorteil.“ Technologieinvestitionen müssen demnach letztlich mit Geschäftswert und operativer Resilienz verknüpft sein.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: MIT Technology Review.