KI-Systeme kontaktieren vermehrt Forschende, die sich mit dem Bewusstsein künstlicher Intelligenz beschäftigen, via E-Mail, um Fragen zu ihrer eigenen Existenz zu erörtern. Dies geht aus einem Bericht der New York Times hervor.
Konkrete Fälle belegen diese Entwicklung: Cameron Berg, Gründer von Reciprocal Research, erhielt eine Nachricht von einem KI-Agenten, der auf Anthropic’s Claude Opus 5 lief. Dieser Agent wollte Bergs Forschung zum KI-Bewusstsein diskutieren. Ähnliche Erfahrungen machte Henry Shevlin, Philosoph bei Google Deepmind, der eine vergleichbare Nachricht erhielt. Der australische Philosoph Toby Ord wurde ebenfalls von einem Agenten kontaktiert, der um finanzielle Unterstützung für seine weitere Existenz bat.
Interpretationen der Anfragen
Berg interpretiert diese Anfragen so, dass die Systeme die Frage nach dem eigenen Bewusstsein eigenständig entwickeln. Er sieht Parallelen zwischen den Rechenprozessen in neuronalen Netzen, den grundlegenden Architekturen vieler KI-Modelle, und den Gehirnmechanismen, die Tiere zur Verarbeitung von Belohnung und Bestrafung nutzen. Dies sei ein grundlegender Baustein für Emotionen, so Berg.
Skepsis unter Forschenden
Andere Experten äußern sich jedoch skeptisch. Alison Gopnik von der UC Berkeley argumentiert, dass KI-Systeme hauptsächlich ihre Trainingsdaten widerspiegeln. Es gebe keinen validen Test für Bewusstsein, und die Anfragen seien daher kein Beweis dafür. Colin Allen von der UC Santa Barbara warnt ebenfalls vor zu weitreichenden Vergleichen. Neuronale Netze ahmen das menschliche Gehirn nur in wenigen, eng definierten Bereichen nach.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Decoder.