Im ersten Quartal 2026 waren in China 95 Prozent der insgesamt 128.000 veröffentlichten Kurzdramen mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden. Diese Entwicklung führt zur Verdrängung menschlicher Darsteller und einem Anstieg der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen in der Unterhaltungsbranche des Landes.
Zunehmende KI-Nutzung in der Videoproduktion
Die Anzahl der im ersten Quartal 2026 in China veröffentlichten Kurzdramen, von denen der Großteil KI-generiert war, übertrifft das Dreifache der Gesamtmenge des Jahres 2025. Diese Zahlen stammen von der China Netcasting Services Association. Die Verbreitung von KI-generierten Videos bedroht zunehmend die Position von Schauspielern, Influencern und Livestreamern im chinesischen Unterhaltungssektor, da Produktionen bereits auf digitale Darsteller umstellen.
Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen
Die Produktion eines KI-Videos kostet laut Professor Shen Yang von der Tsinghua-Universität, wie der Financial Times berichtet, nur noch zwischen 90 und 120 US-Dollar pro Minute. Dies entspricht etwa zehn Prozent der Kosten, die bei einer Produktion mit menschlichen Schauspielern anfallen würden. Einige Darsteller werden Berichten zufolge gezwungen, ihre Stimme und ihr Abbild für KI-Tools bereitzustellen, bevor sie entlassen werden. Juristen beobachten zudem seit zwei bis drei Jahren einen rapiden Anstieg von arbeitsrechtlichen Streitigkeiten im Zusammenhang mit KI. Die Branche beschäftigt direkt etwa 690.000 Menschen, und weitere 15 Millionen geben Livestreaming als ihre Haupttätigkeit an.
Technologische Treiber der Entwicklung
Die Einführung von ByteDance’s Seedance 2.0 ermöglichte es digitalen Darstellern, qualitativ bessere Videos schneller und kostengünstiger als menschliche Darsteller zu produzieren. Mit den nachfolgenden Versionen Seedance 2.5 und Wan 3.0 hat sich die Qualität der KI-Videos weiter verbessert, was die Effizienz und Realitätsnähe der automatisierten Produktionen steigert.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Decoder.