LG hat mit dem Micro RGB evo MRGB95B einen neuen Fernseher für das Jahr 2026 vorgestellt, der auf die RGB-LED-Technologie setzt. Das 75-Zoll-Modell ist für 3.600 US-Dollar erhältlich und stellt die kleinste von drei verfügbaren Größen dar. Obwohl der Fernseher mit seiner Helligkeit und Farbdarstellung punktet, weist er Mängel auf, die bei preisgünstigeren Konkurrenzmodellen nicht in diesem Maße zu finden sind und die das Preis-Leistungs-Verhältnis infrage stellen.
Technologie und Leistung
Die RGB-LED-Technologie, die LG als Micro RGB bezeichnet, verwendet individuelle rote, grüne und blaue LEDs als Hintergrundbeleuchtung. Im Gegensatz zu herkömmlichen LEDs, die auf Farbfilter angewiesen sind, erzeugen RGB-LEDs Farben direkt, was eine höhere Farbhelligkeit und die Darstellung eines breiteren Farbspektrums ermöglicht. Der MRGB95B erreicht eine Spitzenhelligkeit von 4.011 Nits im HDR-Filmmaker-Modus, was eine beeindruckende Bildwirkung auch in hellen Räumen erzeugt. Der Fernseher deckt 100 Prozent des P3-Farbraums, der für Filme relevant ist, und fast 90 Prozent des größeren BT.2020-Farbraums ab.
Ausstattung und Software
Der MRGB95B verfügt über vier HDMI-2.1-Anschlüsse und unterstützt Dolby Vision, jedoch nicht Dolby Vision 2 oder HDR10+. Die Steuerung erfolgt über eine Magic Remote mit einem traditionelleren Design. Als Betriebssystem kommt LGs webOS zum Einsatz, das zwar schnell läuft, aber als weniger intuitiv im Vergleich zu Google TV, Apple TV oder Roku empfunden wird. Alle wichtigen Streaming-Apps werden unterstützt. Für Gamer bietet der Fernseher Funktionen wie VRR, ALLM, Game Optimizer und G-Sync-Kompatibilität. Hinsichtlich der Audioausstattung werden Dolby Atmos, Dolby Atmos FlexConnect, Dolby Digital und Auracast unterstützt. Eine kürzliche Debatte um Sicherheitslücken und Audioaufzeichnungen bei LG-Fernsehern, die das Unternehmen bestreitet, führte zu erhöhter Aufmerksamkeit. Für die Nutzung von webOS ist die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien erforderlich.
Auffällige Nachteile
Trotz der hohen Helligkeit offenbart der MRGB95B einige signifikante Schwächen. Die Bildqualität leidet unter einem stark reflektierenden Bildschirm, dessen glänzende Beschichtung bei Lampenlicht deutliche Regenbogeneffekte erzeugt. Zudem zeigt der Fernseher ab Werk eine leichte Farbungenauigkeit, insbesondere eine Tendenz zu Hellblau, was Weißtöne und Hautfarben unnatürlich wirken lässt. In dunklen Szenen ist ein verstärktes Blooming (Lichthöfe um helle Objekte) feststellbar, und Details in dunklen Schatten gehen verloren. Auch die Blickwinkelstabilität ist eingeschränkt: Schon bei moderater Abweichung von der zentralen Sitzposition verlieren Farben an Lebendigkeit.
Positionierung im Markt
Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen fällt der MRGB95B zurück. Der Sony Bravia 7 II bietet bei gleicher Größe eine bessere Farbtreue und Reflexionshandhabung zu einem um 1.300 US-Dollar geringeren Preis. Auch der Hisense UR9 erreicht eine vergleichbare Leistung zu einem niedrigeren Preis. Die größte Konkurrenz kommt jedoch aus dem eigenen Haus: LGs G6 OLED und Samsungs S95H, die nur wenige hundert Dollar teurer sind, übertreffen den MRGB95B in puncto Farbtreue und Blickwinkel deutlich. Obwohl OLED-Fernseher nicht die gleiche Spitzenhelligkeit erreichen, bieten sie dank pixelgenauer Lichtsteuerung einen überragenden Kontrast und keinerlei Blooming. Der MRGB95B setzt somit eine Tradition fort, in der LG Schwierigkeiten hat, wettbewerbsfähige LED-Fernseher zu entwickeln, und könnte eher als Argument für den Kauf eines LG OLED-TVs dienen.
Thema: Samsung. Quelle/Inspiration: The Verge.