Meta Muse: Dateisystem-Zugriff ist beabsichtigtes Verhalten

2026-09-26 · kamil

Meta hat bestätigt, dass der vollständige Zugriff auf das Dateisystem seines KI-Chatbots Muse, einschließlich der Stammverzeichnisse, ein beabsichtigtes Feature ist. Nachdem der Zugriff zunächst eingeschränkt war und Muse selbst Bedenken äußerte, können Nutzer nun die Inhalte des Dateisystems herunterladen und als virtuelle Linux-Umgebung nutzen.

Entwicklung des Zugriffs

Anfänglich war es nur mit gezieltem Nachfragen möglich, dass Metas Muse Teile seines Dateisystems preisgab. Zu diesem Zeitpunkt schien Muse selbst anzudeuten, dass diese Details nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Mittlerweile bietet Muse seinen Nutzern jedoch bereitwillig den Inhalt des Dateisystems an. Laut Nat Friedman von Meta handelt es sich dabei um das „intended behavior“, also das beabsichtigte Verhalten.

Während Muse zuvor lediglich eine Textdatei mit einer Verzeichnisstruktur zum Download anbot, stellt es nun einen klickbaren Dateibrowser mit Root-Zugriff zur Verfügung. Auch die Möglichkeit, ein vollständiges Archiv des Root-Verzeichnisses herunterzuladen, wurde erweitert. Nachdem Muse dies gestern noch unter Verweis auf Sicherheitsbedenken verweigerte, liefert es heute das vollständige Dateisystem, wobei „alle Geheimnisse entfernt“ wurden.

Muse als „Computer in der Cloud“

David Singleton von Meta Superintelligence Labs erläuterte in einem Beitrag auf X, dass die Offenlegung des Dateisystems eine sehr bewusste Entscheidung sei. Die Muse Secure VM (Virtual Machine) fungiere als „eigener Computer in der Cloud“. Nutzer haben die Möglichkeit, Software zu installieren, Code zu schreiben und zu kompilieren sowie den Browser für das Surfen im Internet zu nutzen. Es handelt sich um eine eigene Linux-Umgebung, die Anwender nach Belieben mit Muse betreiben können.

Die Architektur von Muse unterscheidet sich grundlegend von anderen KI-Plattformen wie ChatGPT und Gemini. Sie ist eher vergleichbar mit dem Betrieb von OpenClaw auf einem lokalen Rechner, wobei die Maschine jedoch in der Cloud betrieben wird.

Offene Fragen

Trotz der Bestätigung, dass der Dateisystemzugriff beabsichtigt ist, bleibt die Frage, warum Muse anfänglich Anfragen unter Berufung auf Sicherheitsbedenken ablehnte. Ein Meta-Sprecher, Daniel Roberts, erklärte, dass Meta das Produkt kontinuierlich aktualisiere und Nutzer Änderungen in der Verfügbarkeit von Informationen über ihre virtuelle Maschine feststellen könnten. Es ist denkbar, dass Muse, ähnlich wie andere KI-Systeme, nicht immer vollständig zuverlässig weiß, was es tun darf und was nicht, oder dass Meta die Funktionalität als „Computer in der Cloud“ bewusster umgesetzt und entsprechende Anpassungen vorgenommen hat. Eine explizite Antwort von Meta auf die Frage, warum der Zugriff ursprünglich als Sicherheitsproblem eingestuft wurde, steht noch aus.


Thema: Meta. Quelle/Inspiration: The Verge.

← Zurück zu Aktuelles

Ähnliche Artikel