Meta startet KI-Bildgenerator Muse Image: Datenschutzbedenken bei Nutzerfotos

2026-07-08 · kamil

Meta hat am Dienstag seinen neuen KI-Bildgenerator Muse Image vorgestellt. Das von Meta Superintelligence Labs entwickelte Tool ist kostenlos über die Meta AI App, Instagram Stories und WhatsApp verfügbar, stößt jedoch bereits auf Kritik wegen seiner Handhabung von Nutzerfotos.

Funktionen und Anwendungsbereiche

Muse Image, intern „Mango“ genannt, ermöglicht die Erstellung verschiedener Bilder, darunter auch karikaturartige Motive. Für Nutzer ohne eigene Ideen bietet die Anwendung „Presets“ – vorgefertigte Bildvorschläge – zur Inspiration an. Weitere Anwendungsbereiche umfassen die Gestaltung individueller Werbeanzeigen und die Visualisierung von Einrichtungsideen. So kann Muse beispielsweise anzeigen, wie ein gebrauchtes Sofa in einer Garage wirken würde, mit Integration in den Facebook Marketplace.

Die prompt-basierte Bildbearbeitung erlaubt es Nutzern, Bilder für Metas Plattformen zu erstellen, etwa um sich vor einer historischen Sehenswürdigkeit zu platzieren, unerwünschte Personen aus dem Hintergrund zu entfernen oder funktionierende QR-Codes zu generieren. Auch neue KI-Effekte für Instagram Stories, die auf Muse basieren, wurden eingeführt.

Datenschutzbedenken bei der Bildmanipulation

Eine Funktion, die öffentliche Instagram-Bilder anderer Nutzer mittels KI manipulieren lässt, sorgt für Bedenken. Nutzer können dabei Personen markieren und deren Bilder für neue KI-generierte Inhalte verwenden, ohne dass die ursprünglichen Urheber darüber benachrichtigt werden. Ein X-Nutzer bezeichnete dies als „Datenschutz-Mine, die darauf wartet, zu explodieren“.

Meta räumt in seinen Richtlinien ein, dass Inhalte mit Instagram-Material Dritter erstellt werden können und keine Benachrichtigung erfolgt. Das Unternehmen betont jedoch, dass Nutzer diese Funktion in den Einstellungen deaktivieren können. Dieser Opt-out-Ansatz reiht sich ein in Metas Datenschutzgeschichte. Das Unternehmen musste 2019 eine Strafe von 5 Milliarden US-Dollar zahlen, weil Cambridge Analytica Daten von Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Wissen missbraucht hatte. 2021 stellte Meta sein automatisches Gesichtserkennungssystem ein, ebenfalls nach Klagen und regulatorischem Druck.

Kostenmodell und Zukunftspläne

Die Nutzung von Muse Image ist für die „alltägliche Kreation“ kostenlos, allerdings wird nach Überschreiten einer bestimmten Nutzungsgrenze ein Abonnement erforderlich. Meta hat zudem angekündigt, dass ein KI-Videogenerator namens Muse Video „bereits in Entwicklung“ sei.


Thema: Meta. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

← Zurück zu Aktuelles

Ähnliche Artikel