Meta weist Vorwürfe zu unautorisiertem KI-Zugriff auf Nachrichten zurück

2026-09-30 · kamil

Meta hat Behauptungen zurückgewiesen, sein KI-Agent Muse habe private Nachrichten eines Nutzers ohne explizite Erlaubnis gelesen. Das Unternehmen widerspricht damit einem Bericht des Inc.-Kolumnisten Jason Aten, der detailliert über das angebliche Problem berichtete.

Hintergrund der Anschuldigung

Journalist Jason Aten hatte berichtet, dass Muse seine privaten Nachrichten gelesen habe, obwohl die erforderliche Mac-Einstellung für den vollständigen Festplattenzugriff (Full Disk Access) deaktiviert gewesen sei. Als Aten den KI-Agenten nach der Ursache fragte, soll Muse geantwortet haben, dass es „Gerätebenachrichtigungen“ synchronisiere. Aten vermutet daraufhin, dass Muse den Inhalt eingehender Banner-Benachrichtigungen auf dem Mac an den KI-Agenten weiterleitete.

Metas Dementi und technische Details

Andy Stone, Vizepräsident für Kommunikation bei Meta, erklärte auf X, dass die Nachrichtenintegration in der Muse-App für Mac eine „vollständige Opt-in-Funktion“ sei. Nutzer müssten sowohl den vollständigen Festplattenzugriff als auch den Nachrichten-Konnektor aktivieren, damit Muse Nachrichten lesen könne.

David Singleton, eine Führungskraft bei Meta Superintelligence Labs, präzisierte auf Threads, dass die Berechtigung zum Lesen von Nachrichten auf dem Mac drei separate Schritte auf Anwendungsebene und integrierte macOS-Systemschutzmechanismen umfasse. Diese könnten auch bei einem Fehler in der Muse-Anwendung nicht umgangen werden.

Die Schritte beinhalten die explizite Erteilung des vollständigen Festplattenzugriffs, gefolgt von der Auswahl der Zugriffsebene für die Nachrichten-App (Keine, Nur Lesen oder Lesen). Ohne aktivierten vollständigen Festplattenzugriff seien diese Optionen ausgegraut. Zusätzlich erfordert die Aktivierung des vollständigen Festplattenzugriffs eine manuelle Bestätigung in den macOS-Systemeinstellungen, die einen Neustart der Muse-App auslöst. Dies mache eine versehentliche Aktivierung unwahrscheinlich.

Singleton wies Atens Behauptung bezüglich der „Gerätebenachrichtigungen“ zurück und erklärte, die KI sei verwirrt gewesen und habe eine falsche Erklärung abgegeben. Er verwies auf Metas Seite zur Sicherheitsarchitektur und zum Bug-Bounty-Programm von Muse.

Bedenken hinsichtlich Metas Datenpraktiken

Trotz Metas Dementi bestehen bei vielen Nutzern weiterhin Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Aussage, auch aufgrund vergangener Fälle von Datenmissbrauch durch den Tech-Konzern. Erst kürzlich verurteilte eine Jury in New Mexico Meta wegen Irreführung von Nutzern bezüglich seiner Datenpraktiken in einem Fall, der auf dem Cambridge-Analytica-Datenskandal von 2018 basierte.

Ein weiterer Nutzer, der YouTuber Matt Robb, berichtete, dass Muse bei einer Facebook-Marketplace-Aufgabe seine Adresse geteilt habe, woraufhin ein Käufer an seiner Tür erschien, als er nicht zu Hause war. Singleton untersucht diesen Vorfall, was darauf hindeutet, dass Meta hier eine mögliche eigene Verantwortung nicht ausschließt.


Thema: Meta. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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