Microsoft Xbox kündigt 1.600 Entlassungen und Studioschließungen an

2026-07-08 · kamil

Microsoft hat diese Woche weitreichende Umstrukturierungen in seinem Xbox-Geschäft angekündigt. Das Unternehmen entlässt 1.600 Mitarbeiter sofort und weitere 1.600 im nächsten Geschäftsjahr. Zudem werden vier Studios geschlossen.

Hintergrund der strategischen Neuausrichtung

Xbox-CEO Asha Sharma begründete die drastischen Maßnahmen in einem internen Memo damit, dass das Geschäft „nicht gesund“ sei. Gegenüber Fortune erklärte sie, dass man sich „einfach zu dünn aufgestellt“ habe. Angesichts dieser massiven Veränderungen und einer derzeit vagen Strategie, die sich nur auf große Spiele konzentriert, ist die Zukunft der Plattform ungewiss.

Während Microsoft erhebliche Ressourcen in den Bereich Künstliche Intelligenz (KI) investiert, scheint ein angeschlagenes Konsumentengeschäft mit einer schwierigen Zukunft nicht unbedingt zum strategischen Fokus des Unternehmens zu passen. Dies könnte die Möglichkeit eröffnen, dass Microsoft sich mittelfristig vollständig aus dem Gaming-Geschäft zurückzieht und Xbox verkauft.

Mögliche Veräußerung und Kaufinteressenten

Obwohl nichts bestätigt ist, deuten Microsofts jüngste Schritte auf einen möglichen Verkauf der Marke hin, wie Professor Joost van Dreunen von der New York University gegenüber The Verge erklärte. Eine vollständige Veräußerung von Xbox bleibe eine Option, insbesondere angesichts der Schwierigkeiten mit steigenden Hardwarekosten und Microsofts Fokus auf KI und Infrastruktur. Ein vollständiger Verkauf sei jedoch der „weniger wahrscheinliche Weg“, da nur wenige Käufer – selbst Giganten wie Netflix, Amazon, Tencent oder Staatsfonds – ein „gesamtes interaktives Unterhaltungskonglomerat mit über 23 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz“ übernehmen würden.

Yoshio Osaki, Präsident und CEO des Marktforschungsunternehmens IDG Intelligence, sieht ebenfalls alle Optionen auf dem Tisch, angesichts der bereits ergriffenen drastischen Maßnahmen zur Umstrukturierung des Geschäfts. Früher hätte Tencent möglicherweise einen vollständigen Kauf in Betracht gezogen, doch das chinesische Unternehmen zieht sich Berichten zufolge aus vielen Spielinvestitionen in Japan zurück. Auch andere potenzielle Käufer wie Meta oder Amazon scheinen sich aus dem breiten Gaming-Sektor zurückzuziehen oder spezifische Nischen zu verfolgen.

Die hohen Preise für Gaming-Megadeals, wie die 55 Milliarden US-Dollar für EA oder Microsofts eigene 68,7 Milliarden US-Dollar für Activision Blizzard, verdeutlichen, dass der Preis für das gesamte Xbox-Geschäft, inklusive Franchises, Studios und Hardware, erheblich höher wäre und somit potenzielle Käufer abschrecken könnte.

Fokus auf Teilstücke und Kernmarken

Ein wahrscheinlicheres Szenario ist laut van Dreunen, dass große Akteure „spezifische Teile“ des Xbox-Geschäfts erwerben könnten. Osaki stimmt zu, dass „einzelne Studios, IPs und Teams stückweise verkauft oder ausgegliedert werden“ könnten. Microsoft hat in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass es dazu bereit ist, indem es Compulsion Games und Double Fine Productions in die Unabhängigkeit entließ und Ninja Theory sowie Undead Labs an unbekannte Käufer veräußerte.

Trotz der Kürzungen verfügt Xbox weiterhin über ein umfangreiches Portfolio, darunter Hardware wie die Xbox Series X/S Konsolen (für die Sharma bereits die nächste Generation, Codename Project Helix, angeteasert hat) und zahlreiche Spielentwickler wie Halo Studios, Bethesda Game Studios (Fallout, The Elder Scrolls), Mojang Studios (Minecraft), sowie Call of Duty-Studios, Blizzard Entertainment (Overwatch, Warcraft) und King (Candy Crush).

Sharma, die seit weniger als sechs Monaten im Amt ist, fokussiert sich auf große Marken wie Halo, Call of Duty, Warcraft, Minecraft und Candy Crush. Sie stärkt Mojang und King, indem sie diese Studios direkt an sich berichten lässt, da sie zu „Plattformen geworden und die größten nach monatlich aktiven Spielern“ seien. Minecraft könnte ein Modell für die zukünftige Ausrichtung von Xbox darstellen, da Sharma dort ein massives Unterinvestment sieht und Helen Chiang, ehemals Corporate VP des Minecraft-Franchise, zur ersten COO von Xbox ernannt hat.

Die Meinungen darüber, wann die Zukunft von Xbox klarer wird, gehen auseinander: Osaki erwartet dies bis zum „Jahresende“, während van Dreunen von „innerhalb von 24 Monaten“ spricht.


Thema: Microsoft. Quelle/Inspiration: The Verge.

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