Midjourney fordert Hollywood-Studios zur Offenlegung ihrer KI-Nutzung auf

2026-07-05 · kamil

Midjourney, ein Startup für generative Künstliche Intelligenz (KI), fordert im Rahmen eines laufenden Rechtsstreits von drei großen Hollywood-Studios – Disney, Universal und Warner Bros. – die umfassende Offenlegung ihrer internen Nutzung von KI-Technologien. Das Unternehmen strebt an, eine richterliche Einschränkung aufzuheben, die die Offenlegung auf sogenannte „konsumentenorientierte“ KI-Anwendungen beschränkt.

Hintergrund des Rechtsstreits

Die Studios hatten Midjourney im vergangenen Jahr wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verklagt. Sie führten an, dass die Bildgenerierungsmodelle des Startups in der Lage seien, Bilder von geschützten Charakteren wie Bart Simpson und Darth Vader zu erstellen, die den Studios gehören. Midjourney verteidigt sich mit dem Argument, dass das Training seiner KI-Modelle mit Bildern urheberrechtlich geschützter Charaktere unter der Doktrin des „Fair Use“ (angemessene Nutzung) zulässig sei.

Streitpunkt: Umfang der Beweismittel

Der aktuelle Streit konzentriert sich auf die Dokumente, die die Studios im Rahmen des Beweismittelbeschaffungsprozesses (Discovery Process) vorlegen müssen. Eine frühere richterliche Entscheidung besagte, dass die Studios zwar Informationen über ihre generative KI-Nutzung bereitstellen müssten, dies jedoch nur dann, wenn diese zu „konsumentenorientierten“ Videos und Bildern führte.

In seinem jüngsten Antrag versucht Midjourney, diese Einschränkung aufzuheben. Das Startup argumentiert, dass diese Begrenzung den Studios „unfair“ erlaube, „nur jene Dokumente auszuwählen, von denen sie glauben, dass sie ihre Behauptungen über Marktschäden stützen, während Midjourney Dokumente vorenthalten werden, die seine Verteidigung untermauern würden.“

Midjourney behauptet weiter, dass die zurückgehaltenen Dokumente „genau diejenigen sind, die enthüllen würden, ob [die Studios] hinter verschlossenen Türen genau das tun, wofür sie Midjourney verklagen.“ Als Beispiel führt das Startup an, dass wenn die Studios bildgenerierende KI-Modelle „für den internen Gebrauch beim Storyboarding oder der Ideenfindung für Film oder Fernsehen“ entwickeln, dies belegen würde, dass es ein „Industriestandard, selbst unter den Studios selbst,“ sei, KI mit nicht lizenzierten urheberrechtlich geschützten Inhalten zu trainieren und zu nutzen.

Zusätzlich fordert Midjourney, dass die Studios alle Prompts (Eingabeaufforderungen) offenlegen, die sie bei Midjourney verwendet haben, sowie die daraus resultierenden Ausgaben, nicht nur die Prompts, die angeblich rechtsverletzende Bilder erzeugt haben.

Position der Studios

David Singer, der Hauptanwalt der Studios, bezeichnete Midjourneys Antrag zuvor als „fishing expedition“ (eine Suche nach zufälligen Informationen). Er betonte, dass die Studios „nicht versuchen, die KI-Technologie zu stoppen oder gar das Geschäft von Midjourney zu schließen“, sondern „lediglich möchten, dass Midjourney aufhört, ihre Filme und Fernsehsendungen zu kopieren und abgeleitete Werke zu verbreiten, öffentlich auszustellen, öffentlich aufzuführen und zu erstellen, die Kopien [ihrer] berühmten Charaktere ohne Genehmigung enthalten.“


Thema: Midjourney. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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