Das MIT Technology Review hat seine jährliche Liste der „Climate Tech Companies to Watch“ veröffentlicht und dabei 10 vielversprechende Unternehmen hervorgehoben. Der Auswahlprozess gestaltete sich in diesem Jahr, das zu den heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen zählt, als besonders anspruchsvoll. Globale politische Verschiebungen und internationale Konflikte haben den Fortschritt im Klimaschutz gebremst, während gleichzeitig die Auswirkungen des Klimawandels wie Waldbrände und Überschwemmungen zunehmen.
Obwohl Technologie allein die Klimakrise nicht lösen kann, sieht das MIT Technology Review Innovationen als entscheidend an, um reale Veränderungen zu bewirken und Lebensbedingungen zu verbessern. Die Liste konzentriert sich auf Unternehmen, die Technologien zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen entwickeln oder Gemeinden vor den Gefahren extremer Hitze, Dürre und anderer Folgen eines sich erwärmenden Planeten schützen.
Auswahlkriterien und globale Trends
Seit der Einführung der Liste im Jahr 2023 werden die Unternehmen basierend auf ihrer Erfolgsbilanz – durch Forschungsergebnisse, Kapitalbeschaffung oder erfolgreiche Implementierungen – bewertet. Das Auswahlteam, bestehend aus Reportern und Redakteuren, holt Nominierungen ein und konsultiert Experten, Akademiker, Forscher, Investoren und Analysten. Jedes Unternehmen wird nicht nur nach seinen eigenen Verdiensten beurteilt, sondern auch danach, wie es in die Gesamtliste passt, die eine Vielfalt an Industrien, globale Präsenz und verschiedene Entwicklungsstadien abbilden soll. Auch wichtige Trends und Ereignisse des Jahres fließen in die Betrachtung ein.
Ein bemerkenswerter Trend ist der Rückgang der USA als führende Nation im Bereich Klima-Technologie, was auf den Abbau bundesstaatlicher Vorschriften und Kürzungen finanzieller Anreize zurückzuführen ist. Die aktuelle Liste umfasst daher überwiegend Unternehmen außerhalb der USA. China hingegen erweist sich als wichtiger Innovationsstandort in den Bereichen Energie und Klima.
Fokus auf China und Energiespeicherung
Zwei chinesische Unternehmen sind auf der diesjährigen Liste vertreten:
- WeLion entwickelt Halbfestkörperbatterien für Elektrofahrzeuge.
- Envision Energy installiert Windkraftanlagen und Energiespeichersysteme in großem Umfang in China und weltweit.
Ein weiteres zentrales Thema ist der steigende Strombedarf, der teilweise durch den Betrieb von KI-Rechenzentren angetrieben wird. Energiespeicherung wird daher als Schlüsselkomponente betrachtet, um Schwankungen in der Stromversorgung auszugleichen, insbesondere da immer mehr erneuerbare Energien in die Netze integriert werden. Mehrere Unternehmen auf der Liste widmen sich diesem Sektor:
- Energy Dome baut langlebige Energiespeichersysteme für das Stromnetz, die auf komprimiertem Kohlendioxid basieren.
- Moment Energy, ein kanadisches Unternehmen, arbeitet an der Wiederverwendung von Elektrofahrzeugbatterien für netzgebundene Speicherlösungen.
- Form Energy, bereits auf der Liste von 2024, produziert eisenbasierte Batterien, die Energie für mehrere Tage speichern können.
Breites Spektrum an Technologien
Die vorgestellten Technologien reichen von mobilen Hochwasserschutzsystemen bis hin zu Kernreaktoren der nächsten Generation. Ein weiteres Beispiel ist das Startup Switch Bioworks, das Mikroben einsetzen möchte, um den Bedarf an chemischen Düngemitteln zu reduzieren. Zudem wird der globale Wettlauf um unterirdische Wasserstoffvorkommen fortgesetzt, auch wenn die genaue Menge dieser Reserven noch erforscht wird.
Das MIT Technology Review betont, dass die ausgewählten Unternehmen in einer Zeit, in der der politische Wille geschwächt ist und die Schäden des Klimawandels zunehmen, einen Weg nach vorne aufzeigen.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: MIT Technology Review.