Das Redaktionsteam des MIT Technology Review hat für seine jährliche Liste der 35 Innovatoren unter 35 Jahren neun Persönlichkeiten aus dem Bereich Klima und Energie ausgewählt. Diese Forscher, Erfinder und Vordenker aus aller Welt stellen sich zentralen Herausforderungen der Klimatechnologie und zeigen aktuelle Entwicklungen sowie zukünftige Richtungen auf.
KI für mehr Klimaeffizienz und bessere Überwachung
Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine wachsende Rolle in der Klimatechnologie. Jae-Won Chung entwickelte Software, um die Energieeffizienz von KI zu verbessern. Er misst den Energiebedarf von Open-Source-Modellen, um der Industrie zu helfen, den Einfluss von KI besser zu verstehen und zu adressieren.
Andere Innovatoren nutzen KI zur Verbesserung der Umweltüberwachung. Jing Wei setzt maschinelles Lernen ein, um Lücken in Umweltdaten von Satelliten und Wetterstationen zu schließen und so die Verschmutzungsverfolgung zu optimieren. Zhonghua Zheng entwickelte KI-Klimamodelle, die speziell für Städte funktionieren, einem Bereich, in dem traditionelle Modelle oft Schwächen aufweisen.
Neue Wege bei kritischen Rohstoffen
Der Übergang zu neuen Technologien erfordert einen Wandel bei den benötigten Materialien. Lithium ist hier ein Paradebeispiel, da es für Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen und großen Energiespeichern entscheidend ist. Engpässe könnten bereits in diesem Jahrzehnt auftreten, ähnlich wie bei anderen kritischen Mineralien wie Kupfer.
Aktuell ist Salzlake (Brine) die günstigste Lithiumquelle, doch der Extraktionsprozess kann Monate dauern und die Umwelt belasten. Mohammad Alkhadra, Mitgründer von Lithios, arbeitet an einer schnellen und effizienten Methode zur Gewinnung von Lithium aus Salzlaken. Gesteinserz (Hardrock Ore) ist die häufigste, aber teurere Lithiumquelle. Benjamin Mowbray, CTO von Rock Zero, entwickelt Verfahren zur Lithiumextraktion aus Gesteinserz.
Dekarbonisierung und Materialinnovationen
Um Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen, müssen Sektoren wie das Stromnetz und der Transport von fossilen Brennstoffen weggeführt werden. Es gibt jedoch auch weniger offensichtliche Problemfelder.
- Die Schwerindustrie, insbesondere die Stahlproduktion, ist für rund 7 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Laureen Meroueh entwickelt mit einem neuartigen Ofen eine Methode für saubereren und kostengünstigeren Stahl, indem sie den chemischen Prozess vereinfacht.
- Kunststoffe werden meist aus fossilen Brennstoffen hergestellt. Joseph Nguthiru stellt einen Biokunststoff-Ersatz für Verpackungen her, der aus einem invasiven Unkraut gewonnen wird. Diana Orembe nutzt Lebensmittelabfälle, um Fischfutter für die Aquakultur zu produzieren.
- Kältemittel sind oft starke Treibhausgase. Jinyoung Seo entwickelt feste Kältemittel, die Leckagen eliminieren könnten. Ein Gerät mit diesen Materialien könnte den Energieverbrauch um 20 % gegenüber herkömmlicher Technologie senken.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: MIT Technology Review.