Nvidia prognostiziert 70% Umsatzwachstum im nächsten Geschäftsjahr

2026-09-11 · kamil

Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, äußerte sich auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Konferenz zuversichtlich hinsichtlich des zukünftigen Wachstums seines Unternehmens. Er prognostiziert für das kommende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 70 Prozent. Basierend auf den erwarteten 400 Milliarden US-Dollar Umsatz im aktuellen Geschäftsjahr würde dies Einnahmen von rund 680 Milliarden US-Dollar im nächsten Jahr bedeuten.

Nvidias Rolle im KI-Ökosystem

Huang begründet seine optimistische Einschätzung mit der tiefen Verankerung Nvidias in allen Bereichen der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Unternehmen sei eine „grundlegende Plattform des KI-Ökosystems und der KI-Industrie“ und unterstütze jedes einzelne KI-Modell und jedes Labor, darunter solche von Anthropic, OpenAI und Google sowie Open-Weight-Angebote.

Der CEO hob die Komplexität und den Umfang der von Nvidia hergestellten Systeme hervor. Ein einzelnes GPU-System, das über NVLink verbunden ist, koste 8,5 Millionen US-Dollar, bestehe aus 2 Millionen Teilen und benötige 250.000 Kilowatt Leistung. Solche Systeme würden zu Tausenden ausgeliefert. Aktuell verzeichnen die Bestellungen für ein spezielles Computersystem, das 36 Grace CPUs mit 72 Blackwell GPUs kombiniert, ein monatliches Umsatzwachstum von 27 Prozent.

Nvidia verfolgt nach eigenen Angaben die Entwicklung der globalen KI-Infrastruktur detailliert. Dazu gehöre die Überwachung von Standort, Energieversorgung und Gebäudehüllen von Rechenzentren weltweit. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Neoclouds, OEMs und KI-nativen Unternehmen verfüge Nvidia über umfassende Marktkenntnisse.

Wettbewerb und Investitionsstrategie

Trotz der dominanten Position sieht sich Nvidia zunehmendem Wettbewerb gegenüber. Große Cloud-Anbieter (Hyperscaler) wie Amazon, Microsoft und Google sowie KI-Labore wie Anthropic und OpenAI entwickeln eigene Grafikprozessoren (GPUs) und KI-Chips. Auch neue Wettbewerber wie Cerebras und Startups wie Etched treten auf den Markt.

Huang ging auch auf Bedenken bezüglich sogenannter „zirkulärer Deals“ ein, bei denen Nvidia in Unternehmen investiert, die dann wiederum Produkte von Nvidia kaufen. Er entgegnete scherzhaft, dass diese Deals nicht zirkulär seien, da eine geringe Investition von Nvidia ein Vielfaches an Umsatz zurückbringe – er nannte ein Verhältnis von 1 US-Dollar Investition zu 100 US-Dollar Umsatz. Ernsthaft betonte er, dass Nvidia nur in Unternehmen investiere, die bereits „reale Verträge generieren, die Einnahmen von Kunden erzielen“. Er habe bereits Verträge in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar in diesem Kontext geprüft und gehe keine Risiken ein.

Ausblick

Huang räumte ein, dass ein Großteil des aktuellen Wachstums im KI-Sektor von KI-nativen Startups getragen werde, die erhebliche Summen aufnehmen und diese hauptsächlich für den Aufbau ihrer eigenen KI-Nutzung ausgeben. Langfristig bleibt abzuwarten, ob Nvidias starke Position in der KI-Branche angesichts der dynamischen Natur der Technologie bestehen bleiben kann. Für das kommende Jahr jedoch sieht das Unternehmen weiterhin eine Phase des starken Wachstums.


Thema: Nvidia. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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