Patreon blockiert KI-Training-Bots aktiv mit Cloudflare

2026-07-17 · kamil

Patreon, die Mitgliedschaftsplattform für Kreative, verschärft ihre Abwehrmaßnahmen gegen das unerlaubte Auslesen von Inhalten (Scraping) durch Künstliche Intelligenz (KI). Das Unternehmen arbeitet nun mit dem Internet-Infrastrukturanbieter Cloudflare zusammen, um Bots, die darauf ausgelegt sind, KI-Modelle mit den Werken der Kreativen ohne Genehmigung zu trainieren, direkt den Zugriff zu verwehren. Dieser Schritt markiert eine Abkehr von der bisherigen Praxis, sich allein auf die Anweisungen in robots.txt-Dateien zu verlassen.

Gründe für die verschärften Maßnahmen

Die Notwendigkeit dieser verstärkten Maßnahmen ergibt sich laut Patreon aus der zunehmenden Raffinesse des KI-Scrapings seit den ersten Abschreckungsversuchen im Jahr 2023. Obwohl die Paywall von Patreon viele Inhalte der Kreativen lange Zeit vor Crawlern geschützt hat, haben neue Entdeckungswerkzeuge wie ein neu gestalteter Home-Feed und „Quips“ (tweet-ähnliche Beiträge) das Potenzial, mehr Inhalte für Crawler zugänglich zu machen.

Verlage und Content-Ersteller setzen sich zunehmend mit der Frage auseinander, wie KI ihre Werke zur Verbesserung von KI-Modellen verwendet. Cloudflare bietet hierfür Werkzeuge an, die Website-Betreibern die Einschränkung von KI-Bots ermöglichen. Dazu gehört beispielsweise ein Marktplatz namens „Pay Per Crawl“, der es Websites erlaubt, Gebühren für das Scraping durch KI-Bots zu erheben. Cloudflare hat zudem seine Richtlinien geändert, sodass sogenannte „Mixed-Use“-Crawler – die sowohl Inhalte indexieren als auch zum Training nutzen – standardmäßig auf Seiten mit Werbung blockiert werden.

Aktives Blockieren statt bitten

Patreon erweitert seine bestehende Zusammenarbeit mit Cloudflare und nutzt deren „AI Crawl Control“-Technologie, um seine Richtlinien und Durchsetzungswerkzeuge zu aktualisieren. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Patreon KI-Trainings-Bots nun aktiv blockiert, anstatt sie lediglich über robots.txt-Dateien – eine Standardmethode, um Bots Anweisungen zur Nutzung einer Website zu geben – zum Verzicht auf Scraping aufzufordern.

Ein Blogbeitrag von Patreon erklärt dazu: „Zustimmung sollte nicht davon abhängen, ob ein Scraper sich entscheidet, sich korrekt zu verhalten.“ Tests der neuen Funktionen zeigten, dass die wöchentlichen Zugriffsversuche einzelner KI-Trainings-Crawler auf Patreon von „Tausenden von Versuchen auf Null“ sanken. Dies deutet darauf hin, dass die KI-Scraper Patreons robots.txt-Datei ignoriert und die Website trotz der Anfragen gescrapt hatten.

Bots, die Seiten lediglich indexieren und Informationen organisieren, um Nutzer zu Patreon zurückzuführen, werden weiterhin zugelassen. Drew Rowny, Produktchef bei Patreon, betonte in der Ankündigung: „Da KI-Agenten immer leistungsfähiger und beliebter werden, verdienen Kreative ein Mitspracherecht dabei, wie ihre Arbeit von KI-Unternehmen genutzt wird.“ Er fügte hinzu, dass Kreative auf Patreon die Möglichkeit haben sollten, ihre Reichweite zu vergrößern und gleichzeitig zu kontrollieren, wie ihre Arbeit verwendet wird.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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