Das auf KI-Sicherheit spezialisierte Startup Pluto Security hat eine Finanzierung in Höhe von 42 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Mittel stammen von Investoren wie Jump Capital, TLV Partners, Ansa Capital und verschiedenen Angel-Investoren. Mit diesem Kapital will das Unternehmen die steigenden Sicherheitsbedenken adressieren, die durch die weit verbreitete Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen entstehen.
Neue Sicherheitslücken durch schnelle KI-Adoption
Die schnelle Einführung von KI-Tools in Unternehmen führt zu neuen Herausforderungen für die Cybersicherheit. Shahar Bahat, CEO und Mitbegründerin von Pluto Security, weist darauf hin, dass neue KI-Anwendungen bereits innerhalb von zwei Stunden nach ihrer Veröffentlichung in Unternehmensumgebungen auftauchen können. Dies birgt Risiken, da Mitarbeiter diese Tools oft auf unerwartete Weise nutzen.
Pluto Security hat bei seinen Kunden festgestellt, dass etwa 60 Prozent der erkannten Risiken von Tools ausgehen, die von Nicht-Entwicklern erstellt oder angepasst wurden. Dabei sind Finanzabteilungen die größte Quelle solcher Risiken, gefolgt von Marketing- und Rechtsteams. Entwickler rangieren an vierter Stelle. Ein Beispiel hierfür ist eine von einem Finanzmitarbeiter eines Fortune-500-Unternehmens entwickelte Anwendung zur Kundenverwaltung, die ungeschützt im Internet zugänglich war.
Plutos Lösung und Marktpositionierung
Pluto Security, das kürzlich aus der Stealth-Phase kam, positioniert sich als eines der Startups, die auf die Absicherung von KI-Nutzung in Unternehmen spezialisiert sind. Das Unternehmen begann erst im April mit dem Vertrieb seiner Technologie und hat nach eigenen Angaben bereits jährlich wiederkehrende Einnahmen (ARR) von über 2 Millionen US-Dollar erzielt. Zu seinen mehr als 30 Unternehmenskunden zählen namhafte Firmen wie Oscar Health, Workato, Sixt und AlphaSense.
Die Finanzierung setzt sich zusammen aus einer Seed-Runde von 8,5 Millionen US-Dollar, angeführt von TLV Partners, mit Beteiligung der Gründer des Cybersicherheitsunternehmens Armis, sowie einer Series-A-Runde von 34 Millionen US-Dollar, angeführt von Jump Capital, mit Beteiligung von Skinos (der Venture-Firma von Check Point Mitbegründer Shlomo Kramer), Ansa Capital und weiteren Angel-Investoren.
Fokus auf KI-Agentenverhalten und Echtzeit-Intervention
Der Ansatz von Pluto Security konzentriert sich auf die Echtzeit-Überwachung des Verhaltens von KI-Agenten, zusätzlich zur Nachverfolgung dessen, was und wie Mitarbeiter KI-Tools entwickeln und einsetzen. Bahat betonte, dass in keiner der durchgeführten Machbarkeitsstudien keine bösartigen Aktivitäten oder aktive Angriffe gefunden wurden.
Die Software des Startups überwacht die von Mitarbeitern genutzten KI-Tools, deren Fähigkeiten (Skills), Erweiterungen (Extensions), MCP-Server und andere Komponenten sowie die erstellten Anwendungen und Agenten. Sie kann riskante Komponenten identifizieren, potenziell gefährliche Agentenaktivitäten erkennen und Sicherheitsrichtlinien durchsetzen, ohne die Nutzung oder Erstellung von KI-Tools zu unterbinden.
Ein wesentliches Merkmal ist die Fähigkeit des Systems, während der Ausführung eines Agenten einzugreifen. Wenn ein Agent beispielsweise versucht, über die vom Benutzer beabsichtigten Berechtigungen hinausgehende Zugriffe zu erhalten, kann das System die Aktion stoppen oder Anweisungen in die Sitzung injizieren, die den Agenten zur Bestätigung auffordern.
Kundenakquise und Zukunftsplanung
Pluto Security nutzt eine unkonventionelle Methode zur Kundenakquise: Die kostenlose Plattform Plutonium. Diese ermöglicht es jedermann, Risiken im Zusammenhang mit öffentlich verfügbaren KI-Fähigkeiten, Konnektoren und Add-ons zu überprüfen. Tausende Sicherheitsexperten nutzen Plutonium, und die daraus entstandene Community dient als wichtige Quelle für Feedback und potenzielle Kunden. Aktuell stammen 70 Prozent der Vertriebspipeline von Pluto aus eingehenden Anfragen.
Das Unternehmen plant, das neue Kapital in die Weiterentwicklung seines Produkts, die Ausweitung seiner Sicherheitsforschung und den Ausbau seiner Präsenz in den USA zu investieren. Pluto Security beschäftigt derzeit 40 Mitarbeiter in den USA und Israel.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.