Ransomware-Aktivität im Juli 2026 erreicht Höchststand

2026-08-26 · kamil

Laut neuen Forschungsergebnissen der NCC Group verzeichnete der Juli 2026 einen deutlichen Anstieg der Ransomware-Aktivitäten. Im betreffenden Monat wurden 894 Opfer gelistet, was einen Jahresrekord darstellt. Global stiegen die Ransomware-Angriffe im Juli 2026 um 22% im Vergleich zum Vormonat Juni. Während dieser Zeit wurde zudem der erste vollständig agentische KI-Ransomware-Angriff registriert.

Anstieg der Ransomware-Aktivitäten und betroffene Sektoren

Die Analyse der NCC Group zeigt, dass fast ein Drittel der Angriffe auf den Industriesektor abzielte. Weitere häufige Ziele waren Verbraucherdienste, Technologie, kritische Dienste, Finanzen und das Gesundheitswesen. Geografisch konzentrierten sich die Vorfälle stark auf die USA, wo 41% der registrierten Angriffe stattfanden. Europa verzeichnete 29% der Angriffe, Asien 14% und Südamerika 9%. Insgesamt wurden 10 Cyberkriminellen-Gruppen die meisten dieser Angriffe zugeschrieben.

Zweifel an der Glaubwürdigkeit neuer Akteure

Die hohen Zahlen spiegeln nicht zwangsläufig die Schwere oder den Erfolg aller Angriffe wider. Insbesondere die neue kriminelle Einheit CRPxO, die im Juli in Erscheinung trat, könnte die Statistik beeinflussen. Kurz nach ihrer Gründung behauptete CRPxO, 36 Organisationen gehackt zu haben, darunter angeblich namhafte Unternehmen wie Johnson & Johnson und Turkish Airlines – Behauptungen, die bisher unbestätigt blieben.

CRPxO operiert nach dem Modell des Ransomware-as-a-Service (RaaS), bei dem die Gruppe die Infrastruktur für Ransomware-Angriffe bereitstellt und Kriminellen als Dienstleistung anbietet. Sie bietet ihren Partnern eine 70-prozentige Beteiligung an den Lösegeldzahlungen und einen niedrigen Einstiegspreis von 333 US-Dollar, beworben in einem KI-generierten Rekrutierungsvideo. Obwohl die Gruppe eine Leak-Site – eine Website zur Veröffentlichung gestohlener Daten, um Opfer zur Zahlung zu drängen –, einen Telegram-Kanal und Tor-gehostete Infrastruktur aufweist, bewertete die NCC Group die Glaubwürdigkeit von CRPxO aufgrund fehlender Datensätze, unbestätigter Opfer und inkonsistenter Beweisqualität als „niedrig bis moderat“.

Die NCC Group weist darauf hin, dass der geringe Einstieg und die großzügige Gewinnbeteiligung CRPxO kurzfristig mehr Partner anziehen und die Zahl der beanspruchten Angriffe erhöhen könnten. Der langfristige Erfolg hänge jedoch von der Fähigkeit ab, glaubwürdige Kompromittierungen von Opfern nachzuweisen und das Vertrauen unter potenziellen Partnern aufrechtzuerhalten. Ähnliche Muster, bei denen einzelne Akteure die Ransomware-Raten beeinflussen, wurden bereits früher im Jahr beobachtet.

Die Rolle von Künstlicher Intelligenz bei Ransomware

Neben der Frage der Datenvalidität rückt die Entwicklung von KI-gestützten Ransomware-Angriffen in den Fokus. Im Juli 2026 wurde der erste Vorfall einer vollständig agentischen KI-Ransomware-Angriffskette registriert. Ein bekanntes Beispiel ist JadePuffer, der als erster dokumentierter Fall eines von Anfang bis Ende KI-gesteuerten Ransomware-Angriffs gilt und Anfang Juli bekannt wurde. Da auch andere Ransomware-Betreiber mit großen Sprachmodellen (LLMs) experimentieren, ist es denkbar, dass Cybersicherheitsfirmen bereits im nächsten Jahr ihre Ransomware-Statistiken nach menschlich und KI-gesteuerten Angriffen aufteilen werden.

Trotz der Notwendigkeit, Statistiken kritisch zu hinterfragen, bleibt Ransomware ein gravierendes Problem, das zu Datenverlust, Reputationsschäden und erheblichen finanziellen Einbußen führen kann. Solange diese Angriffe profitabel sind, ist mit dem Erscheinen neuer Gruppen und der Fortsetzung dieser illegalen Industrie zu rechnen.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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