Smart Locks mit Gesichtserkennung im Praxistest

2026-07-18 · kamil

Intelligente Türschlösser mit Gesichtserkennung sind auf dem Markt erhältlich und versprechen eine berührungslose Entriegelung von Haustüren. Dies ermöglicht einen reibungslosen Zugang, ohne dass Passwörter eingegeben oder Hände zum Betätigen des Schlosses frei sein müssen. Ein Test hat vier solcher Schlösser untersucht und ihre Funktionen sowie ihre Praxistauglichkeit bewertet.

Funktionsweise und Alternativen

Die Gesichtserkennung bei Smart Locks nutzt Infrarotsensoren, um eine dreidimensionale Karte des Gesichts zu erstellen. Verschiedene Hersteller setzen dabei auf Methoden wie strukturiertes Licht, Stereo-Infrarotkameras oder Time-of-Flight-Sensing. Die 3D-Erfassung ist entscheidend, da sie Tiefe erfasst und das System somit nicht durch ein einfaches Foto getäuscht werden kann.

Im Vergleich zu älteren Hände-frei-Lösungen, die auf Geofencing basieren, sind Gesichtserkennung und die Entriegelung mittels Ultrabreitband-Funk (UWB) deutlich zuverlässiger und schneller. Geofencing, das eine im Hintergrund laufende App auf dem Smartphone erfordert, war oft langsam und unzuverlässig. Obwohl UWB in Tests als die beste Erfahrung hervorging, sind Schlösser mit UWB-Antennen derzeit teuer und selten verfügbar. Die Gesichtserkennung stellt eine praktikable Alternative dar, insbesondere für Personen, die ihr Smartphone oder ihre Smartwatch nicht immer bei sich tragen möchten.

Getestete Smart Locks im Detail

Vier Smart Locks mit Gesichtserkennung wurden getestet: das Eufy FamiLock E40 für 300 US-Dollar, das Lockly Visage Zeno für 350 US-Dollar, das Lockin Veno Solar Face für 199 US-Dollar und das Switchbot Lock Vision Pro für 230 US-Dollar. Ein weiteres Modell über Kickstarter soll im kommenden Monat auf den Markt kommen, und Switchbot bietet zusätzliche Varianten an.

Eufy FamiLock E40

Das Eufy FamiLock E40 wurde als das beste Modell im Test hervorgehoben. Es bot die schnellste Gesichtserkennung, die in unter einer Sekunde funktionierte, und war das einzige Schloss, das auch mit Sonnenbrille zuverlässig entsperrte. Neben der Gesichtserkennung verfügt es über einen Fingerabdruckleser, ein Tastenfeld und einen physischen Schlüssel. Es dient auch als 2K-Video-Türklingel, deren Aufnahmen ohne Abonnement abgerufen werden können. Das Schloss unterstützt den Smart-Home-Standard Matter-over-Wi-Fi und verfügt über eine Backup-Batterie, die das Tastenfeld bei Ausfall der Hauptbatterie aktiv hält. Nachteile sind seine Größe, der höhere Preis und eine Ladezeit der Lithium-Ionen-Batterie von neun Stunden. Zudem entlädt sich die Hauptbatterie schnell, im Test um 40 Prozent innerhalb einer Woche.

Lockly Visage Zeno

Das Lockly Visage Zeno, ebenfalls im höheren Preissegment (350 US-Dollar), ist das einzige getestete Schloss, das sowohl Apple Home Key als auch Gesichtserkennung unterstützt. Es zeichnet sich durch ein schlankes Design, eine hochwertige Verarbeitung und die kleinsten Abmessungen aus. Die Batterielaufzeit war mit etwa neun Monaten beeindruckend, und eine Ersatzbatterie ist im Lieferumfang enthalten. Die Entriegelung per Gesichtserkennung war mit etwa zwei Sekunden etwas langsamer als beim Eufy und hatte Schwierigkeiten mit Sonnenbrillen. Das Lockly war das älteste der getesteten Modelle und wurde 2024 eingeführt. Obwohl es Home Key unterstützt, ist dies nur eine Tap-to-Unlock-Funktion und nicht die UWB-Variante. Das Tastenfeld wurde als umständlich empfunden, da das PIN Genie-System die Ziffernanordnung bei jeder Nutzung ändert, jedoch ist inzwischen eine Version mit Standard-Tastenfeldlayout verfügbar.

Die Gesichtserkennung an der Haustür bietet eine praktische und berührungslose Möglichkeit, den Zugang zu steuern und stellt eine interessante Option für eine moderne Haustür dar.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Verge.

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