Synology DS225+ NAS: Steigende Festplattenpreise durch KI-Nachfrage

2026-07-20 · kamil

Die steigende Nachfrage von KI-Rechenzentren nach Komponenten wie Festplatten verteuert Network Attached Storage (NAS) Systeme für private Nutzer erheblich. Trotz dieser Entwicklung empfiehlt ZDNET den Synology DS225+ NAS, der für 360 US-Dollar erhältlich ist und eine Bewertung von 3,5 von 5 Punkten erhielt, für spezifische Anwendungsfälle.

Der Synology DS225+ im Detail

Der Synology DS225+ ist ein 2-Bay-NAS-System mit Unterstützung für 2,5-Gigabit-Ethernet und werkzeuglosen Einschüben für Laufwerke. Er läuft mit Synologys DiskStation Manager Software. Das Gerät wird für seinen guten Preis als professionelles Gerät und seine solide Hardware gelobt, die eine lange Lebensdauer verspricht. Es kann Festplatten mit einer Kapazität von bis zu 24 Terabyte aufnehmen. Kritisiert werden jedoch einige negative Schlagzeilen, die Synology in jüngster Zeit gemacht hat, sowie die Tatsache, dass die Hardware nicht als hochmodern gilt.

Steigende Festplattenpreise durch KI-Boom

Der Hauptgrund für die veränderte Einschätzung von NAS-Systemen sind die stark gestiegenen Kosten für Speicherlaufwerke, die maßgeblich durch die Nachfrage von KI-Rechenzentren verursacht werden. Diese Rechenzentren kaufen Komponenten wie RAM und Festplatten in großem Umfang auf. Western Digital, ein führender Festplattenhersteller, meldete Anfang 2026, dass seine Festplatten weitgehend ausverkauft seien, wobei 89 Prozent des Umsatzes von Cloud- und Hyperscaler-Kunden stammten und nur 5 Prozent vom Endverbrauchermarkt. Ähnliche Entwicklungen sind auch bei anderen Herstellern zu beobachten.

Laut einem Bericht von Stephen Warwick, Redakteur bei Tom’s Hardware, stiegen die Festplattenpreise in den vier Monaten bis Januar 2026 im Durchschnitt um 46 Prozent. Eine 4-Terabyte-Seagate-IronWolf-Platte, die zuvor 99 US-Dollar kostete, lag demnach bei 220 US-Dollar, und eine 24-Terabyte-Seagate-BarraCuda-Platte stieg von 499 US-Dollar auf 750 US-Dollar – sofern sie überhaupt verfügbar war. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung kostete die günstigste 4-Terabyte-NAS-Festplatte, eine Western Digital Red Plus, 195 US-Dollar, während eine 8-Terabyte-Seagate-BarraCuda für 280 US-Dollar als preislich attraktiv galt. Ein NAS mit zwei 4-Terabyte-Laufwerken im RAID-1-Modus (Redundant Array of Independent Disks), der 4 Terabyte nutzbaren Speicherplatz bietet, würde allein für die Festplatten mindestens 400 US-Dollar kosten. Für NAS-Systeme sollten stets CMR-Laufwerke (Conventional Magnetic Recording) verwendet werden, da SMR-Laufwerke (Shingled Magnetic Recording) zwar günstiger sind, aber zu Problemen führen können, wie ein Skandal um Western Digital im Jahr 2020 zeigte.

NAS vs. Cloud-Speicher: Wirtschaftlichkeit und Datenresilienz

Im Vergleich dazu bieten Cloud-Speicherdienste wie iCloud und Dropbox 2 Terabyte Speicherplatz für 9,99 US-Dollar pro Monat. Diese sind rund um die Uhr von überall zugänglich, werden von Dritten verwaltet und bieten ein geringes Risiko für nutzerbedingten Datenverlust. Ein weiterer Vorteil von Cloud-Speicher ist die Datenresilienz. Ein lokales NAS-System ist anfällig für Datenverlust durch Ereignisse wie Brand, Überschwemmung oder Diebstahl. Für eine zuverlässige Datensicherung wird das 3-2-1-Prinzip empfohlen: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen gespeichert, und eine Kopie extern (offsite), was oft den Einsatz von Cloud-Speicher bedeutet.

Wer profitiert noch von einem NAS-System?

Während vor einiger Zeit ein NAS noch als Lösung für fast jeden Datensammler galt, hat sich die Empfehlung geändert. Heute richtet sich ein NAS an Nutzer mit spezifischen Anforderungen wie großem Datenvolumen, hoher Geschwindigkeit, dem Wunsch nach Privatsphäre und Kontrolle oder der Weiternutzung vorhandener Hardware. Es ist nicht primär für diejenigen gedacht, die sich erhoffen, Cloud-Abonnements vollständig ersetzen zu können.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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