Trump-Administration unterstützt OpenAI in Urheberrechtsklage der New York Times

2026-09-02 · kamil

Die Trump-Administration hat sich in die im Dezember 2023 eingereichte Urheberrechtsklage der New York Times gegen OpenAI eingeschaltet. In einem diese Woche eingereichten „Statement of Interest“ unterstützt sie die Argumentation des KI-Labors, dass das Training von Künstliche-Intelligenz-Modellen (KI) auf urheberrechtlich geschützten Texten unter die Doktrin der fairen Nutzung (Fair Use) fällt.

Die New York Times wirft OpenAI vor, ihre KI-Systeme unrechtmäßig mit Artikeln der Zeitung trainiert zu haben. Die Klage fordert von OpenAI und Microsoft, die sich ebenfalls mit dem Fall befasst, „Milliarden von Dollar“ Schadenersatz. Die US-Anwälte der Trump-Administration argumentieren, dass der Versuch der New York Times, die Fair-Use-Doktrin so zu verengen, dass sie das Training großer Sprachmodelle (LLMs) von OpenAI ausschließt, den grundlegenden Prinzipien des Urheberrechts widersprechen würde. Eine solche Auslegung würde den „Fortschritt von Wissenschaft und nützlichen Künsten“ erheblich behindern und die „amerikanische Prosperität“ gefährden.

Bedeutung für KI-Entwicklung und Rechtsprechung

In ihrem Statement betonen die Anwälte, dass LLMs bereits Forschern in verschiedenen Bereichen zu wichtigen Durchbrüchen verhelfen. Eine Einschränkung der LLM-Entwicklung aufgrund eines Missverständnisses der Fair-Use-Doktrin würde sowohl den kreativen als auch den wissenschaftlichen Fortschritt behindern und die wirtschaftliche Mobilität in den USA einschränken. Die Trump-Administration hatte bereits in ihrem „National AI Legislative Framework“ argumentiert, dass KI-Training als faire Nutzung gelten sollte.

Der Fall der New York Times könnte einen Präzedenzfall für andere Medienunternehmen schaffen, die ebenfalls Klagen gegen KI-Labore wegen der Nutzung ihrer Inhalte eingereicht haben, darunter das Center for Investigative Reporting, die Chicago Tribune und die New York Daily News. Im Jahr 2025 wurde in einem ähnlichen Fall entschieden, dass Anthropic seine Modelle legal mit rechtmäßig erworbenen Büchern trainieren durfte, aber dennoch für Piraterie haftbar gemacht werden konnte, was zu einer Vergleichszahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar an Autoren führte.

Währenddessen haben Dutzende von Medienunternehmen, darunter die Associated Press, Axel Springer und Vox Media, Lizenzvereinbarungen mit OpenAI abgeschlossen. Auch die New York Times selbst schloss 2025 eine Lizenzvereinbarung mit Amazon ab, um ihre redaktionellen Inhalte für generative KI-Tools von Amazon verfügbar zu machen.

Die US-Anwälte weisen darauf hin, dass die Frage der fairen Nutzung von den spezifischen Fakten und Nutzungen in jedem Einzelfall abhängt. Es sei jedoch „problematisch – und rechtlich inkorrekt“, eine weitreichende Urheberrechtshaftung aufzuerlegen, die das Training von KI-Modellen ohne Lizenzierung generell unzulässig machen würde. Das Training von LLMs sei „konsistent mit dem kreativen ‚Fortschritt‘, der das grundlegende verfassungsrechtliche Ziel des Urheberrechts selbst ist.“


Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: The Verge.

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