Unternehmen setzen auf Anthropic Claude für KI-Agenten, kämpfen aber mit komplexer Orchestrierung

2026-07-18 · kamil

Laut einer aktuellen Studie von VentureBeat Pulse Research setzen Unternehmen in der Steuerung von KI-Agenten, der sogenannten Agent Orchestrierung, verstärkt auf Plattformen von Modell-Anbietern. Die Untersuchung unter 101 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern, durchgeführt im Juni 2026, zeigt, dass Anthropic Claudes Plattform für 40 Prozent der Befragten die primäre Wahl ist – mehr als doppelt so viel wie jeder Konkurrent. Microsoft folgt mit 18 Prozent, OpenAI mit 13 Prozent.

Ambition trifft Realität bei KI-Agenten

Die Wahl der Plattform wird maßgeblich durch die „Modell-Gravitation“ beeinflusst, also die native Kompatibilität mit einem führenden Basismodell (21 Prozent). Als Erfolgsmaßstab gilt die zuverlässige Ausführung von Aufgaben über mehrere Schritte (32 Prozent für Zuverlässigkeit der Aufgabenerledigung, 28 Prozent für Workflow-Management). Trotz dieser hohen Ambitionen klafft eine Lücke zur Realität: 71 Prozent der Unternehmen geben an, dass höchstens ein Viertel ihrer eingesetzten „Agenten“ tatsächlich komplexe, mehrstufig orchestrierte Workflows darstellen. Die Mehrheit sind demnach noch einfache Chatbot-Wrapper, die nur auf einzelne Prompts reagieren. Lediglich 10 Prozent der befragten Unternehmen haben die Hälfte ihrer Agenten als echte Multi-Step-Workflows implementiert.

Hybrid-Architekturen zur Vermeidung von Anbieterbindung

Diese Diskrepanz prägt auch die künftige Architektur der Unternehmen. Eine klare Mehrheit von 51 Prozent erwartet bis Ende 2026 eine hybride Kontrollinstanz, die sowohl anbieterseitige als auch externe Orchestrierungs-Lösungen umfasst. Nur 6 Prozent planen, die Kontrolle vollständig an einen vom Anbieter verwalteten Dienst abzugeben. Der Hauptgrund hierfür ist die Angst vor einer Anbieterbindung (Vendor Lock-in), die von 35 Prozent der Unternehmen als größtes Risiko genannt wird.

Die Investitionen folgen dieser Entwicklung: 34 Prozent der Ausgaben fließen in Tools für Agenten-Workflows, gefolgt von Sicherheit und Berechtigungsverwaltung mit 25 Prozent. Ein Bereich, der noch hinterherhinkt, ist die Kostenkontrolle: Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Unternehmen verfügt über keine Echtzeit-Möglichkeit, einen außer Kontrolle geratenen Agenten zu stoppen, bevor hohe Rechnungen anfallen.

Obwohl die Zufriedenheit mit den Plattformen insgesamt bei 3,94 von 5 Punkten liegt, mit „Preis-Leistungs-Verhältnis“ ebenfalls bei 3,94 und „Implementierungsfreundlichkeit“ bei 3,85, planen 96 Prozent der Nutzer, ihren Orchestrierungsansatz innerhalb des Jahres zu ändern. Dies deutet auf eine vorläufige Akzeptanz hin, während die Suche nach optimierten Lösungen weitergeht.


Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: VentureBeat.

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