Der Luxus-Telefonhersteller Vertu hat mit dem Alphafold ein Falttelefon auf den Markt gebracht, das sich an wohlhabende Käufer, insbesondere Führungskräfte, richtet und ab 6.880 US-Dollar erhältlich ist. Das Gerät, bekannt für seine handgefertigte Verarbeitung und luxuriösen Materialien, stellt nicht die Hardware in den Vordergrund, sondern einen integrierten KI-Agenten namens Hermes, der den Arbeitsalltag automatisieren soll.
Das Konzept des Alphafold und Hermes Agent
Vertu positioniert das Alphafold als Statussymbol und Arbeitsinstrument. Der zentrale Bestandteil des Telefons ist der vorinstallierte Hermes Agent, eine KI, die auf dem Open-Source-Projekt Hermes basiert. Sie ist darauf ausgelegt, Dateien zu analysieren, Aufgaben über verschiedene Apps hinweg zu automatisieren, Gespräche zu speichern und bei Bedarf Anfragen an einen menschlichen Concierge weiterzuleiten. Im Gegensatz zu vielen Smartphone-Assistenten, die hauptsächlich auf Prompts reagieren, soll Hermes komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe eigenständig ausführen.
Hardware: Luxus-Design auf bekannter Basis
Das Alphafold präsentiert sich äußerlich als Luxusgerät: Das Testgerät war mit echtem Kalbsleder und Titanakzenten verkleidet. Mit 264 Gramm ist es spürbar schwerer als ein Samsung Galaxy Z Fold 7 (215 Gramm), bietet aber einen geschwungenen Rahmen, der das Aufklappen erleichtert. Die Verpackung gleicht einer Schmuckschatulle und unterstreicht den Premium-Anspruch.
Unter der luxuriösen Oberfläche zeigen sich jedoch Parallelen zu Geräten wie dem ZTE Nubia Fold, das rund 1.100 US-Dollar kostet. Ähnlichkeiten wurden im Scharnierdesign, den Abmessungen sowie der Platzierung von Lautsprechern, Mikrofonen und Fingerabdruckleser festgestellt. Auch Systeminformationen enthielten ZTE-Kennungen. Vertu bestätigte, dass das Alphafold in einer spezialisierten Lieferkettenpartnerschaft entwickelt wurde, die die Hardware-Plattform von ZTE/Nubia, die Komponentenintegration und die Produktionstechnik umfasste. Vertu selbst sei für die Luxusmaterialien, die Software, die Qualitätskontrolle und den Kundendienst verantwortlich.
Praxistest des KI-Agenten: Autonomie versus Präzision
Der Hermes Agent wurde im Alltag auf typische Executive-Aufgaben getestet, darunter die Analyse von Tabellen und Verträgen, die Planung von Geschäftsreisen und die Automatisierung von Aktionen über mehrere Apps hinweg. Die Leistung wurde mit Googles Gemini auf einem Samsung Galaxy Z Fold 7 verglichen. Nach anfänglichen Softwareproblemen, die Vertu serverseitig behob, zeigte sich ein differenziertes Bild.
Hermes überzeugte bei der Analyse lokaler Dateien und Tabellenkalkulationen, wo Gemini noch manuelle Uploads erforderte. Es zeigte auch eine größere Bereitschaft, Aktionen über Apps hinweg zu automatisieren und mehrstufige Arbeitsabläufe zu vollenden. Diese erhöhte Autonomie ging jedoch mit Kompromissen einher:
- Beispiel 1 (Flughafen-Szenario): Auf die Anweisung, eine Verspätung mitzuteilen, zum Flughafen zu navigieren, den Nicht-Stören-Modus zu aktivieren und eine Hotelanruf-Erinnerung zu setzen, sendete Hermes die Nachricht, aktivierte den Nicht-Stören-Modus und öffnete Google Maps. Es startete jedoch nicht die Navigation und setzte die Erinnerung für 21:08 Uhr, obwohl die Anfrage um 02:32 Uhr für 15 Minuten später erfolgte. Gemini hingegen fragte nach Details wie dem gewünschten Flughafen und dem Ablageort der Erinnerung, erstellte diese dann aber korrekt.
- Beispiel 2 (Geschäftsreise): Die Aufgabe, eine Geschäftsreise von Mumbai nach Pune mit Flug- und Hotelempfehlung zu organisieren und den Reiseplan im Kalender einzutragen, konnte Hermes nicht vollständig erfüllen und meldete, dass keine direkten Morgenflüge verfügbar seien.
Insgesamt zeigte Hermes eine höhere Bereitschaft zur autonomen Ausführung, während Gemini Details präferierte. Dies führte dazu, dass Hermes mehr Schritte eines Arbeitsablaufs versuchte, Gemini jedoch ein genaueres Ergebnis lieferte.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.