XDOF verhandelt über Series-B-Finanzierung zu 1,2 Milliarden Dollar

2026-09-05 · kamil

Das auf Robotikdaten spezialisierte Startup XDOF befindet sich weniger als drei Monate nach dem Verlassen seines Stealth-Modus in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Series-B-Finanzierungsrunde. Diese Runde wird voraussichtlich von 8VC angeführt und bewertet das Unternehmen mit rund 1,2 Milliarden US-Dollar, wie mehrere mit dem Deal vertraute Personen mitteilten.

Hintergrund und schnelles Wachstum

XDOF wurde 2024 von den UC Berkeley-Forschern Philipp Wu (CEO) und Fred Shentu (CTO) gegründet. Bereits im Juni berichtete TechCrunch über die Series-A-Finanzierung des Startups in Höhe von 70 Millionen US-Dollar, an der Thrive Capital, Andreessen Horowitz, Lux und Spark Capital beteiligt waren. Ursprünglich war keine so schnelle weitere Finanzierungsrunde geplant. Das rasante Wachstum des Unternehmens mit annualisierten Einnahmen von fast 50 Millionen US-Dollar veranlasste jedoch Risikokapitalgeber, auf XDOF zuzugehen und eine neue Runde vorzuschlagen.

Das Geschäftsmodell: Daten für Allzweckroboter

XDOF hat sich zum Ziel gesetzt, Datenpipelines, Sammelwerkzeuge und Annotationssysteme zu entwickeln, die führende KI-Labore und Robotikunternehmen nicht ohne Weiteres selbst aufbauen können. Im Wesentlichen agiert das Unternehmen als ausgelagerte Datenlieferkette für die Robotikindustrie. Der CEO, Philipp Wu, hatte als Doktorand festgestellt, dass es an großskaligen Daten für das Training von Robotern mangelte. Diese Erkenntnis führte zur Entwicklung von GELLO, einem kostengünstigen Teleoperationssystem, das es einem menschlichen Operator ermöglicht, einen Roboterarm fernzusteuern, um Trainingsdaten zu generieren. Diese Forschung bildet die Grundlage für XDOF. Investoren vergleichen XDOF mit Unternehmen wie Scale AI oder Mercor, die den KI-Boom durch Datenbeschriftungsdienste befeuerten, jedoch im Bereich der physischen Robotik. Im Gegensatz zu großen Sprachmodellen (LLMs), die anfangs auf dem gesamten Internet trainiert wurden, fehlt physischen Robotern ein vergleichbarer realer Datensatz, was die Datensammlung zu einem entscheidenden Engpass beim Bau von Allzweckmaschinen macht.

Datensammlung und zukünftige Pläne

In Zusammenarbeit mit dem AI Research Lab der UC Berkeley plant XDOF die Veröffentlichung von ABC, der nach eigenen Angaben größten Sammlung hochwertiger Robotertrainingsdaten, die je zusammengestellt wurde. Um diese Daten zu erfassen, kombiniert XDOF die Fernsteuerung von Robotern (Teleoperation) mit menschlichen Datensammlern. Diese tragen Sensoren, um alltägliche Aufgaben wie das Falten von Kleidung oder das Glätten von Kartons aufzuzeichnen. Das Startup beabsichtigt, weltweit Teams von Datensammlern einzustellen und zu schulen, darunter Teleoperatoren, die Roboter aus der Ferne steuern, und egozentrische Operatoren, die am Körper getragene Sensoren verwenden, um Bewegungsdaten zu erfassen. XDOF arbeitet bereits mit 20 Kunden zusammen, darunter mehrere führende KI-Labore. Auf dem Markt für die Sammlung von Realdaten für das Robotertraining sind auch andere Startups wie Mecka AI sowie Human-Data-Plattformen wie Scale AI und Micro1 aktiv, die ihr Angebot über LLMs hinaus erweitern.

Offene Fragen

Die genaue Höhe des in dieser Runde gesammelten Kapitals konnte nicht ermittelt werden. Es ist auch unklar, ob die genannte Bewertung das neue Kapital bereits einschließt. Die Bedingungen des Deals sind noch nicht endgültig und könnten sich noch ändern.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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