OpenAI hat am Montag die Gründung einer neuen, unabhängigen Beratergruppe für Mathematik und Künstliche Intelligenz bekannt gegeben. Die Gruppe, die am renommierten Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey, angesiedelt ist, soll Mathematikern eine stärkere Stimme in der mathematikorientierten Forschung des Unternehmens verleihen.
Die Initiative folgt auf die Veröffentlichung einer Lösung für das Navier-Stokes-Millennium-Preisproblem durch OpenAI sowie die Behauptung des Unternehmens, dass dasselbe interne Modell über 100 weitere offene Probleme in den meisten Bereichen der Mathematik gelöst habe. Diese schnelle Abfolge von Ergebnissen hat unter prominenten Mathematikern Diskussionen ausgelöst. Zuvor hatten 25 Träger der Fields-Medaille, eine der höchsten Auszeichnungen in der Mathematik, in einem offenen Brief Bedenken geäußert, dass KI-Labore durch den Wettlauf um Lösungen berühmter mathematischer Probleme ihre intellektuelle Arbeit gefährden könnten.
Rolle und Unabhängigkeit der Beratergruppe
Die Advisory Group on Mathematics and Artificial Intelligence fungiert hauptsächlich in beratender Funktion. Ihre Aufgaben umfassen die Bewertung der Signifikanz neuer Forschungsergebnisse und die Koordination deren Veröffentlichung. Die Mitglieder der Gruppe werden nicht bezahlt, haben jedoch die Möglichkeit, unaufgeforderte Ratschläge zu erteilen, ihre Ansichten öffentlich zu machen und ihre eigene Mitgliedschaft zu kontrollieren, was ihnen ein gewisses Maß an Unabhängigkeit vom Unternehmen sichert.
Das Institute for Advanced Study unterstrich die beratende Natur der Gruppe. In einer Pressemitteilung erklärte das Institut: „Obwohl wir Ratschläge geben werden, haben wir keine Entscheidungsbefugnis bei einem KI-Unternehmen, und die Verantwortung für die Entscheidungen eines Unternehmens liegt bei diesem Unternehmen.“
Grenzen des Einflusses
Trotz ihrer Unabhängigkeit wird der Gruppe kein Spielraum eingeräumt, OpenAIs laufende mathematische Forschung zu verlangsamen oder umzuleiten. Die offizielle Mitteilung von OpenAI verdeutlicht, dass die Gruppe nicht dafür zuständig sein wird, Ratschläge zur Geschwindigkeit des internen Fortschritts in der Mathematik zu geben.
Zu den neun prominenten Mathematikern, die als Gründungsmitglieder der Gruppe benannt wurden, gehört Camillo De Lellis vom Institute for Advanced Study. Er ist das einzige Mitglied der neuen Beratergruppe, das auch den offenen Brief der Fields-Medaillenträger unterzeichnet hatte.
Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: TechCrunch.