Künstliche Intelligenz im Fokus der Klimawoche: Hohe Investitionen und Emissionen

2026-09-24 · kamil

Die diesjährige New Yorker Klimawoche, die parallel zur UN-Generalversammlung in Manhattan stattfand, wurde maßgeblich von der Diskussion um Künstliche Intelligenz (KI) geprägt. Das Thema stand im Zentrum zahlreicher Gespräche unter Investoren, Politikern und Klimaexperten, die über die Auswirkungen der KI auf das Klima und Klimatechnologien debattierten.

UN-Generalsekretär António Guterres hob in einer Rede die doppelte Natur der KI hervor: Sie könnte bei der Lösung der Klimakrise helfen oder diese verschärfen. Diese Ambivalenz prägte die Stimmung, insbesondere da ein Bericht des UN-Umweltprogramms darauf hinweist, dass das Ziel, die Erderwärmung auf unter 1,5 °C über vorindustriellem Niveau zu begrenzen, kaum noch erreichbar ist.

Potenziale und Investitionen in Klimatechnologien

Eine optimistische Sichtweise betont das Potenzial der KI, die Forschung voranzutreiben und die Entwicklung von Energietechnologien zu beschleunigen. Große Technologieunternehmen wie Google und Meta investieren zunehmend in Energie-Startups aus Bereichen wie Kernenergie, Geothermie, Wind- und Solarkraft, um den wachsenden Strombedarf ihrer Rechenzentren zu decken. Dies lenkt verstärkt Aufmerksamkeit und Kapital auf die Notwendigkeit des Ausbaus der Stromversorgung und der Verbesserung der Netzstabilität.

Die Investitionen im Bereich Klimatechnologien sind signifikant gestiegen: Laut Currence, einem Finanztracker der Branche, erreichte das Wagniskapital in der ersten Hälfte des Jahres 2026 weltweit 26 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei ein erheblicher Anteil dieser Mittel in Produkte und Dienstleistungen für Rechenzentren fließt.

Steigende Emissionen und wachsende Skepsis

Trotz der Investitionen in erneuerbare Energien birgt der rapide Ausbau von KI-Rechenzentren erhebliche Herausforderungen. Die energieintensive Technologie führt zu einem verstärkten Bau von Erdgaskraftwerken, die den sofortigen Strombedarf decken sollen. Diese Kraftwerke haben jedoch eine Lebensdauer von Jahrzehnten und tragen somit langfristig zu Emissionen bei.

Unternehmen wie Microsoft, Google und Meta, die sich einst ehrgeizige Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen gesetzt hatten, verzeichnen nun einen Anstieg ihrer Emissionen. Dies wird maßgeblich auf den Betrieb der für KI benötigten Rechenzentren zurückgeführt. Die daraus resultierende Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung in der Nähe dieser Anlagen führt zu wachsendem öffentlichem Widerstand.

Die Skepsis in der Klimabranche gegenüber KI ist groß. Simon Stiell, der UN-Klimachef, warnte, dass KI-Führungskräfte das Vertrauen der Öffentlichkeit verlieren könnten, wenn sie die Vorteile der KI nicht über die „explodierenden Kosten“ für die breite Masse – und nicht nur für wenige – stellen. Während Evelyn Wang, Vizepräsidentin für Energie und Klima am MIT, davon ausgeht, dass Rechenzentren in etwa zehn Jahren keine zusätzlichen klimaschädlichen Emissionen mehr verursachen werden, bleibt die unmittelbare Belastung durch den Ausbau von Erdgaskraftwerken ein zentrales Problem.


Thema: Intel. Quelle/Inspiration: MIT Technology Review.

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