Eine aktuelle Studie von Seagate Technology, deren Ergebnisse am 14. September veröffentlicht wurden, offenbart eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem erwarteten Datenwachstum durch Künstliche Intelligenz (KI) und der Bereitschaft von Unternehmen, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Demnach erwarten 99 Prozent der IT-Führungskräfte, dass KI den Speicherbedarf ihrer Organisationen in den nächsten drei Jahren erhöhen wird. Ein Drittel (32 Prozent) rechnet sogar mit einem Anstieg von über 50 Prozent.
Trotz dieser Erwartungen sind nur 38 Prozent der befragten Unternehmen darauf vorbereitet, die wachsenden Datenmengen zu bewältigen. Die Untersuchung, durchgeführt von Recon Analytics im Auftrag von Seagate im Mai und Juni 2026, basiert auf einer Befragung von 2.712 Technologie-Entscheidungsträgern in den USA, China, Indien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan.
Herausforderungen bei der KI-Bereitstellung
Die Studie hebt hervor, dass die Implementierung von KI-Systemen nicht nur Rechenleistung, sondern zunehmend auch die zugrundeliegende Dateninfrastruktur, insbesondere den Speicher, vor große Herausforderungen stellt. Als häufigstes Hindernis bei der Bereitstellung von KI nannten 53 Prozent der Befragten die Datenqualität und -bereitschaft. Die Speicherkapazität selbst wurde von 43 Prozent der Teilnehmer als Problem identifiziert. Diese beiden Faktoren werden deutlich häufiger genannt als etwa die Verfügbarkeit von Rechenleistung (27 Prozent) oder Energieengpässe (24 Prozent).
KI liefert bereits messbare Ergebnisse
Trotz der infrastrukturellen Schwierigkeiten erzielen viele Unternehmen bereits konkrete Vorteile aus ihren KI-Investitionen. Laut dem Bericht sehen 86 Prozent der Organisationen „moderate oder signifikante“ Renditen, wobei ein Drittel sogar „signifikante und messbare“ Erträge angibt. Fast alle Befragten (98 Prozent) sind sich einig, dass KI die Datenspeicherung von einer grundlegenden Komponente zu einem strategischen Element der Geschäftsinfrastruktur transformiert.
Dies spiegelt sich auch in den Investitionsprioritäten wider: Mehr als drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent) stufen Rechenzentren unter ihren Top-3-Infrastrukturinvestitionen ein, und jedes fünfte Unternehmen betrachtet sie sogar als höchste Priorität.
Nachhaltigkeit als weiterer Faktor
Neben technischen und finanziellen Aspekten spielt auch die Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. 77 Prozent der befragten Organisationen haben den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur aufgrund von Nachhaltigkeits- oder Energiebedenken verzögert oder umstrukturiert; 36 Prozent haben ihre Expansionspläne sogar erheblich angepasst. Die größten Umweltbedenken betreffen den Energieverbrauch von KI (52 Prozent) sowie Kohlenstoffemissionen und den allgemeinen Energieverbrauch (51 Prozent).
Eine große Mehrheit (97 Prozent) ist der Ansicht, dass die Verlängerung der Lebensdauer von Infrastruktur die Nachhaltigkeit verbessern kann. 94 Prozent erwarten, dass ihre Speicheroperationen innerhalb der nächsten fünf Jahre nachhaltiger werden. Seagate definiert diesen Bedarf als „Sustainable Scaling“ – die Fähigkeit, KI-Kapazität und Geschäftswert zu steigern und gleichzeitig die Effizienz der unterstützenden Infrastruktur kontinuierlich zu verbessern.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Erfolg in der nächsten Phase der KI nicht allein von der Speicherkapazität abhängen wird, sondern von der Fähigkeit der Unternehmen, Daten verfügbar und nutzbar zu halten, während sie die Infrastrukturanforderungen des Wachstums effizient managen. Die Lücke zwischen einer weitgehend vorbereiteten und einer vollständig vorbereiteten Infrastruktur bleibt für die meisten Unternehmen weiterhin groß.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.